Die Eltern müssen den Lehrern helfen
Lehrer und Schüler bleiben in Kontakt – wenn auch auf Distanz. Dabei verweist Danielle Thomas auf die Erfahrungen aus den Tagen vor Weihnachten.

Die heimischen Grundschulen nehmen diese Herausforderung an: An allen Grundschulen in Lippetal wird schon seit Montag auf Distanz gelernt. „Mein Eindruck ist, dass das funktioniert“, sagt Ursula Kemper. Die Lehrerin einer ersten Klasse an der Ludgerus-Grundschule in Lippborg macht aber im Nachsatz gleich klar: „Das geht aber nur mit großer Unterstützung der Eltern.“ Vor den Weihnachtsferien sei es zunächst darum gegangen, das Netzwerk aufzubauen. „Manche haben am Handy mitgemacht, andere mit Tablets und Laptops. Am Ende haben wir dann zu allen eine Verbindung herstellen können.“

Weil die i-Männchen sich erst einmal in das neue Lernen einfinden mussten, sei es auch darum gegangen, etwa die Mikros ein- und auszuschalten und sich mit der Technik vertraut zu machen. Dass das Lernen auf Distanz mit vielen Hürden verbunden ist, daraus macht Ursula Kemper keinen Hehl. „Wir haben gelernt, kleine Videos zu machen, haben eine Lernplattform erstellt und mussten uns überlegen, wie wir über den Bildschirm am besten an unsere Schüler herankommen.“ Dabei sei die technische Ausstattung an ihrer Schule derzeit „sehr dürftig“: noch keine Laptops oder iPads für Lehrer, W-Lan nur in Teilen der Schule – das mache das Arbeiten nicht einfacher. In kleinen Gruppen sollen die Erstklässler nun arbeiten: Jeweils sechs Kinder gehören ab sofort einer Gruppe an. Falls ein Schüler tatsächlich noch kein Endgerät zu Hause hat, darf er sich eines der 16 schuleigenen iPads ausleihen. Dann geht es los. „Allerdings auf jeden Fall mit den Eltern. Denn die Erstklässler wären alleine total überfordert.“ Und auch für die Lehrer ist das Lernen auf Distanz Neuland.

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