Die Kleppglocke in Oestinghausen läutet wieder
Bild: Schomacher
Die neue Kleppglocke trägt die Inschrift: „Keiner soll meinen Klang für gering halten“. Gefertigt wurde sie in Gescher.
Bild: Schomacher

Unterstützt und begleitet wurde die Wiederbeschaffung der Kleppglocke von dem Sachverständigen Dechant Dr. Gerhard Best. Fündig wurde der Experte bei der Firma „Petit und Edelbrock“, Gescher. Bei der Dachsanierung im vorigen Jahr war aufgefallen, dass der kleine Glockenturm leer war. Niemand wusste mehr, wann die Vorgängerglocke entfernt wurde und wo sie geblieben war. Dabei können sich alle Gemeindemitglieder älteren Semesters gut an deren Geläut erinnern. Im Volksmund hatte sie den Namen „Pastorsglocke“, weil sie jeweils fünf Minuten vor Beginn der Messengeläutet wurde. Unverwechselbares Zeichen für Pfarrer und Kirchenbesucher, sich zu beeilen, um rechtzeitig in der Kirche zu sein. Künftig erklingt die „neue“ Kleppglocke zu allen Gottesdiensten und Andachten kurz vor Beginn nach dem normalen Läuten.

Nach einer offiziellen Läuteordnung wird in der Gemeinde entsprechend den Anlässen unterschiedlich geläutet, alles ist elektronisch geregelt. Weil es in Oestinghausen am Samstagabend inzwischen keine Vorabendmesse am Samstag mehr gibt, soll in der Zeit von 18 bis 18.30 Uhr auch der Sonntag wieder eingeläutet werden. „Diesen Part übernimmt aber nicht die Kleppglocke. Dieser alte Brauch soll daran erinnern, Geschäftigkeit und Hektik des Alltags hinter sich zu lassen und sich auf den Sonntag einzustimmen“, erklärt Pastor Horst Klabes. Komplett ist das Geläut der Pfarrkirche mit vier weiteren Glocken. Die große Stephanus-Glocke, auch „Dicke“ oder „Totenglocke“ genannt, stammt aus dem Jahre 1631. Weil sie als künstlerisch wertvoll gilt, blieb sie in beiden Weltkriegen von der Einschmelze verschont.

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