Die Schomachers halten die Kunst des Schneiderns hoch
Bild: nes
Sippentreffen der Familie Schomacher: Mehr als 90 Verwandte haben daran teilgenommen. Die Ahnentafel der Familie reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Mit allen Generationen hat der schriftliche Stammbaum eine Länge von dreieinhalb Metern erreicht.
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 Beim achten Familientreffen im Bürgerhaus in Ostinghausen kamen mehr als 90 Nachfahren von Schneidermeister Hermann Schomacher und seiner Ehefrau Rosina geborene Netemann, Tochter eines Schneiders aus Liesborn, zusammen.

Luzie Wilmes, derzeit Älteste der Sippe, begrüßte alle in Ostinghausen und warf einen Blick zurück: Aus der Ehe von Hermann und Rosina Schomacher gingen elf Kinder hervor. Zwei verstarben im Kindesalter. Anton, der Lehrer, fiel im Ersten Weltkrieg, Franz, der Schneider, starb mit 25 Jahren. Die Söhne Hermann, August, Heinrich und Paul wurden selbstständige Schneidermeister. Von den drei Töchtern heirateten zwei ebenfalls einen Schneidermeister. „Alle gründeten Familien,  und daraus sind wir hervorgegangen, sieben Familien, 39 Kinder, 86 Enkel, 61 Urenkel und ein Ururenkelkind.“

Überliefert ist, dass sich der Beruf des Schneiders in der Familie etablierte (in der älteren Generation sechs, bei den Onkel und Tanten acht) und selbst in der dritten Generation erlernten noch sieben das Handwerk bis zum Schneidermeister beziehungsweise Bekleidungstechniker. Zählt man die Schneiderinnen dazu, kamen allein in der Familie Schomacher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über 25 Aktive dieses Handwerks zusammen, das in der damaligen Form heute kaum noch anzutreffen ist.

Reges Interesse fand bei allen die Ahnentafel, auf der das Wappen an die Zunft der Schneider erinnerte. Der Älteren erinnerten nicht nur an die Großeltern Hermann Schomacher, Mitbegründer des Schützenvereins Lemkerholz-Lemkerberg, und an seine Ehefrau Rosina, die wohl Weißnäherin war und auch in der Schneiderwerkstatt mithalf. Neben der Schneiderei galt es aber auch, die Landwirtschaft der Hofstelle (Bröckerberg heute Schachtrup) zu versorgen.

Einig waren sich alle, nicht wieder 20 Jahre bis zum nächsten Sippentreffen zu warten.

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