Ein Prosit auf die leckere Neuauflage
Bild: Limbrock
Die langjährigen Marktmeister Norbert Wielage und Gerd Kukuk (von links) haben Reinhard Glöckner bereits den Originalgeschmack des „Lippe-Tropfens“ attestiert. Die Neuauflage (rechts) kommt übrigens mit dem gleichen Etikett auf den Markt wie das Original.
Bild: Limbrock

Dann hatte der „Lippe-Tropfen“ des Lippborger Gastronomen, Landwirts und Schnapsbrenners Caspar Wulf Hochkonjunktur. Und so mancher war während des dreitägigen Volksfestes überzeugt, dass ihm der Kräuterlikör magische Kräfte verleihen würde. Doch mit dem Tod von Wulf im Jahre 1975 verschwand auch der Lippe-Tropfen von der Bildfläche des Lippborger Marktes. Viele Freunde des tiefbraunen Hochprozenters waren damals wie heute davon überzeugt, dass der bisweilen kauzige und schrullige Gastwirt das Geheimnis über die Zusammensetzung mit ins Grab genommen hatte.

Dass es nun mehr als vierzig Jahre nach dem scheinbaren Ende des Schnapses in diesem Jahr eine Neuauflage – quasi einen LippeTropfen 2.0 – geben wird, ist einem hochmodernen und wissenschaftlichen Analyseverfahren zu verdanken, aber mehr noch der Beharrlichkeit von Günter Kleine und Reinhard Glöckner. Vor allem Glöckner kann für sich verbuchen, dass es in diesem Jahr erstmals wieder heißt: „Auf Malz und Hopfen trink Lippe-Tropfen“. Bei „Aufräumarbeiten“ in den Hinterlassenschaften seines verstorbenen Vaters hatte er bereits vor einigen Jahren eine noch verschlossene Flasche „Lippe-Tropfen“ gefunden und sie zunächst einmal ahnungslos beiseite gestellt.

Als er dann von Überlegungen des Gewerbevereins erfuhr, zur Kirmes irgendetwas Besonderes auflegen zu wollen, reifte gemeinsam mit Günter Kleine die Idee, das einstige Kultgetränk analysieren und wieder neu brennen zu lassen. „Vermutlich“, so der langjährige Marktmeister Norbert Wielage, „hat mein Onkel Caspar Wulf den Likör gar nicht nach einem schriftlichen Rezept hergestellt, sondern hat die Zusammensetzung nur im Kopf gehabt.“ In seiner „Giftküche“ habe der experimentierfreudige Schnapsbrenner ständig mit allen möglichen Zutaten hantiert. Wielage: „Ich glaube, oft wusste er selber nicht, was am Ende dabei herauskommt.“

SOCIAL BOOKMARKS