Erst der „Düwel“ bringt die richtigen Schlagzeilen
Bild: Schomacher
Wie kann Ostenfelde bekannt werden? Ausrufer Fennand Köster (Michael Horstmann), Bürgermeister Alfons Wellentrup (Tönne Schmalbrock), „Glocke“-Gründer Engelbert Holterdorf (Rudolf Splietker), und die Vertreter des Gemeinderats, Tönne Tappen (Hans Schwartze) und Hiärm Kallert (Matthias Puttins), überlegen gemeinsam.
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Unter dem Titel „Et stonn in de Glocke“ oder Düwel nomaol“ wurden die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert. Erneut ist es Hans Schwartze gelungen, einen interessanten Dreiakter zu schreiben, und der örtliche Bezug zur Region könnte nicht besser sein. Die Handlung spielt zwar im Jahre 1880, hat aber an Aktualität bis auf den heutigen Tag nichts eingebüßt. Schließlich gehört klappern zum Handwerk, und ohne Werbung in eigener Sache kommt auch in heutiger Zeit keine Gemeinde mehr aus.

Da kommt dem Ort Ostenfelde vor 132 Jahren die Gründung einer Tageszeitung nebenan in Oelde gerade recht. Und Fennand Köster (Michael Horstmann), als Ausrufer von Bekanntmachungen immer auf dem Laufenden, erscheint wie geschaffen für den Dienst als Lokalreporter. Doch was er dem Verlag von Engelbert Holterdorf (Rudolf Splietker) auch liefert, Ostenfelde schafft es zum Leidwesen der Honoratioren nicht in die Lokalseiten.

Während die Verantwortlichen um Bürgermeister Alfons Wellendrup (Tönne Schmalbrock), Alwine, seine Frau (Elisabeth Wehling), Fennand Köster mit Ehefrau Katharina (Hildegard Pohlmann), Witwe Trude Trockel (Reinhilde Schoppmann) und die Gemeindratsmitglieder Hiärm Kallert (Matthias Puttins) und Tönne Tappen (Hans Schwartze) tagen, wird bekannt, dass ein Teufel in Ostenfelde leibhaftig sein Unwesen treibt. Jedenfalls behaupten das Therese und Franz Timpen (Gertrud Wellerdiek und Helmut Kröger).

Die Weißnäherin und der Tagelöhner überzeugen auf der Bühne einmal mehr mit besonderem schauspielerischem Talent. Gertud Wellerdiek auf der Bühne zu sehen, ist immer wieder ein Erlebnis. Noch dazu, wenn der Klatschbase Therese Timpen der leibhaftige Satan gleich doppelt begegnet und Engelbert Holterdorf mit toternster Miene versichert, in Münster Satanologie studiert zu haben.

Das Publikum zeigte sich nicht nur von dem Schauspiel begeistert sondern sparte auch bei den wechselnden Bühnenbildern nicht mit Applaus. Wer die Laienspielschar noch weitere Male erleben möchte, hat dazu in Oelde im Thomas-Morus-Gymnsasium Gelegenheit: Am Freitag, 2. März, um 20 Uhr, am Samstag, 3. März, um 18 Uhr und am Sonntag, 4. März um 18 Uhr.

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