Etwas Mut gehört beim Trunseln dazu
Bild: Schlüter-Kerkhoff
Halten an der Tradition des Trunselns fest: (v. l.) Norbert Vester und Michael Aringhoff von der Interessensgemeinschaft Polmerheide sowie die Spieler Christian Tyrell, Simon Becker, Marius Berkemeier, Hubert Vester jr., Jan Schmidt und Jan Schewnerko.
Bild: Schlüter-Kerkhoff

Dabei verzögerte in diesem Jahr keineswegs der Schnee den Spielstart, im Gegenteil: Der Winter war offenbar schon erfolgreich des Landes verwiesen.

Es ist nicht immer leicht, die Mannschaften zu bilden. Mindestens sechs Spieler sind schon gefragt. Junge Männer, mit Handschuhen und festem Schuhwerk ausgerüstet, versuchen bei diesem derben Spiel, eine Holzscheibe mit einem Durchmesser von rund 30 Zentimetern, den so genannten „Trunsel“ aufzuhalten und möglichst schnell wieder in das gegnerische Feld zurückzuschleudern. Mit dicken Bohlen ist dem Trunsel dabei am Besten Einhalt zu gebieten. Laut knallen die Hölzer dabei aneinander, laute Rufe der Spieler tun ihr übriges, um das Geschehen kämpferisch und nicht ungefährlich wirken zu lassen. Etwas Mut gehört schon dazu.

 Gewonnen hat die Mannschaft, die den Gegner bis an das Ende des Spielfeldes, die Straße am Windmühlenknapp in der Polmerheide, zurückgedrängt hat. So roh das Spiel auf die Zuschauer wirkt – passiert ist in den vergangenen Jahren eigentlich nie etwas, relativiert Aringhoff von der Interessensgemeinschaft Polmerheide.

Seit Jahren hat sich die Nachbarschaft mit rund 60 Mitgliedern dem Erhalt dieses alten Brauchtums verschrieben. „Vielleicht gibt es mal blaue Flecken, doch in der Regel nehmen sich die Spieler gut in acht“, weiß er aus Erfahrung. Überliefert ist ein vergleichbarer Brauch andernorts nicht. „Wir sind weltweit einmalig“, bekräftigen die Organisatoren nicht ohne Stolz

. Und ein bisschen stolz konnten die sechs Spieler in diesem Jahr auch sein. Nicht nur, weil sie eine alte Tradition einmal mehr aufrecht erhalten haben, sondern auch, weil wieder einmal keine Verletzungen zu beklagen waren.

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