Firma kocht stets ins Ungewisse
Der Küchenbereich ist derzeit „Hochsicherheitstrakt“. Zu groß ist die Sorge des Unternehmers Jürgen Groth und seiner Ehefrau Birgit vor einer Corona-Infektion im Betrieb.

Insbesondere die Unwägbarkeiten durch Corona machen es Geschäftsführer Jürgen Groth und seinem 60-köpfigen Team derzeit schwer. „Grundsätzlich will ich nicht jammern, denn wir haben die Lage ganz gut im Griff“, schränkt Groth gleich zu Beginn ein.

„Spannende Entwicklung“

Dann spricht er von einer „momentan sehr spannenden Entwicklung“. Die schlägt sich insbesondere in der Unwägbarkeit nieder. „Wenn bei 3000 Essen am Tag plötzlich 20 bis 30 Prozent wegbrechen, dann ist das schon eine Herausforderung.“

Wenn Schulen oder Kindergärten plötzlich schließen müssen, weil es einen positiven Corona-Fall gibt, dann können die normalen Fristen zum Abbestellen nicht immer eingehalten werden. Das in Verbindung mit der Verwendung vieler frischer Zutaten macht dem Unternehmer Sorge. „Wir haben über die Jahre gelernt, damit umzugehen“, sagt Jürgen Groth.

Lebensmittelentsorgung lässt sich nicht immer vermeiden

Klar ist aber auch: Nur wenn rechtzeitig abbestellt wird, kann verhindert werden, dass Lebensmittel entsorgt werden. Das gelingt in diesen Tagen nicht immer. In einem Umkreis von 60 Kilometern liefert der heimische Caterer seine Essen aus.

Als „ganz unterschiedlich“ beschreibt Jürgen Groth die Situation in den Schulen und Kindergärten, die täglich warme Mahlzeiten erhalten. Teilweise durch Lehrermangel, teilweise auch durch zu späte Informationen komme es immer wieder zu sehr kurzfristigen Änderungen.

Personal nicht in Kurzarbeit

Doch auch wenn es reihenweise Stornierungen gibt, hat das kaum Auswirkungen auf die Großküche im Herzfelder Industriegebiet. Mit einer Leistung, die rund 500 haushaltsüblichen Backöfen gleichkommt, wird bei Groth Catering Tag für Tag gekocht. Mit etwas mehr als zehn Mitarbeitern, ohne Kurzarbeit.

Personalkosten, Energiekosten, Verwaltungsaufwand: An diesen Schrauben lässt sich auch in der Pandemie kaum drehen. Oder anders ausgedrückt: Die Kosten sind da, aber die Erträge brechen weg. Jürgen Groth: „Deshalb gilt es, hochflexibel auf die jeweiligen Situationen zu reagieren.“

Strenge Sicherheitsvorschriften

Die Flexibilität stößt allerdings dort an ihre Grenzen, wo die Sicherheit berührt wird. Es gibt streng getrennte Teams. Küchenpersonal und Fahrer haben beispielsweise keinen Kontakt. Das Betreten der Küche findet unter strengen Auflagen statt und wer als Fremder rein will, muss Schutzausrüstung anlegen.

Die organisatorischen Herausforderungen dürften dem Unternehmen noch eine Weile erhalten bleiben. Angst ums Unternehmen hat Jürgen Groth aber trotzdem nicht. Vielmehr ist er sicher: „Unsere Auftraggeber können sicher sein, dass wir das auch in dieser Situation handeln können.“

SOCIAL BOOKMARKS