Fracking: Lippetaler Politiker sammeln Informationen
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In Kohleflözen im Ruhrgebiet und im Münsterland vermuten Experten 2200 Kubikkilometer unkonventionelle Erdgasvorkommen. Theoretisch könnte man damit in Deutschland den gesamten Verbrauch für 18 Jahre sichern. Doch gegen die Fracking-Probebohrungen regt sich Widerstand.
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Diese Aussage beruhigte die Mitglieder des Lippetaler Umweltausschusses am Dienstag nicht völlig, denn Probebohrungen nach möglichen Gasvorkommen brauchen keine Genehmigung, erläuterte Hurtig weiter.

Der Umweltausschuss wollte sich in seiner Sitzung am Dienstag darüber informieren, ob und wann mögliche Probebohrungen nach „unkonventionellen Erdgaslagerstätten“ in der Nachbarschaft Lippetals (beispielsweise in Hamm oder Lünen) oder gar auf eigenem Gemeindegrund vorgesehen sind. Diese Antwort bliebt Norbert Hurtig, Mitarbeiter des Kreises Soest im Sachgebiet Umwelt - Wasserwirtschaft, zwar schuldig, er betonte allerdings in diesem Zusammenhang, dass sowohl das Wirtschafts- als auch das Umweltmininisterium NRW angekündigt hätten, ein Gutachten erstellen zu lassen, in dem einheitliche Beurteilungskriterien für „Fracking-Maßnahmen“ und für die Genehmigung von Probebohrungen entwickelt werden. „Bis zur Vorlage des Gutachtens sollen alle geplanten Probebohrungen ruhen“, gab Hurtig bekannt.

Robert Schulze Hönighaus, umweltpolitischer Sprecher der Lippetaler CDU-Fraktion, sieht durchaus die Risiken solcher Probebohrungen: „Vergiftung des Grundwassers durch Chemikalien, Erschütterungen, radioaktive Bohrkerne, Landschaftsverbrauch, Beeinträchtigung von Naturschutzgebieten, Verkehrsbelastung könnten eintreten“, sagte er im Ausschuss. Dennoch sollte man sich vor einem formellen oder politischen Verfahren seitens der Gemeinde Lippetal weitere Informationen auch von Geologen und Bergbauexperten einholen. „Nur durch fachlich qualifizierte Information ist es möglich, dass nicht von vornherein nur tatsächliche oder gefühlte Risiken in den Vordergrund gestellt werden, die Chancen und Möglichkeiten für unsere Volkswirtschaft insgesamt und in unsrer Region dabei aber gar nicht erst geprüft werden“, gab Schulze Hönighaus zu Protokoll.

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