Gelungene Wiederaufnahme der Passion
Jesus (Wolfgang Lamminger) mit der Dornenkrone wird von Pilatus (Dietmar Schwier) verhört.

Der riesige Zuspruch macht es möglich, dass die Geschichte vom Leiden und Sterben Christi schon in diesem Jahr wieder in der Albertus-Magnus-Kirche Hovestadt aufgeführt wird.  19.30 Uhr am Freitagabend: Das letzte Murmeln verstummt. Die Blicke richten sich erwartungsvoll auf den schwarzen Vorhang. Der Altarraum des Gotteshauses in Hovestadt ist in eine Bühne verwandelt, auf der in einem rund dreistündigen Schauspiel bekannte Bibelszenen bis zur Passion Christi und der Kreuzigung dargestellt werden.

Es ist keine leichte Unterhaltung, die die Zuschauer erwartet. Bis ins letzte Details sind die Gesten des bis zu 60-köpfigen Chors geprobt. Gesangsstücke bestimmten das Geschehen im Wechsel mit gespielten Szenen. In vergleichbarer Weise gingen die Passionsspiele schon im vergangenen Jahr mit überwältigendem Erfolg über die Bühne.

Die Resonanz war derart gut, dass schnell eine Neuauflage beschlossen war. Die Karten waren binnen Minuten ausverkauft, Zusatztermine wurden angeboten. Insgesamt neun Mal stehen die Akteure, davon gehören 15 erstmals zur Besetzung, bis Palmsonntag auf der Bühne. Doch es gibt auch einige Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem der Einzug der Kinder, ebenfalls in authentische Gewänder gekleidet, gemeinsam mit Pastor Dr. Gerhard Best sticht hervor. Auch eine Szene mit dem König Herodes fand Aufnahme in den Ablauf. Schon seit Monaten bereiten sich die Akteure vor und hinter der Bühne auf die erneuten Aufführungen vor.

„Eigentlich haben die nie aufgehört. Sie haben sich sogar im Sommer getroffen“, berichtet Erhard Susewind vom Verein „Lippetaler Passionsspiele“. Die Hochachtung der Zuschauer gilt den Akteuren, ihren schauspielerischen und gesanglichen Leistungen. Und dabei allen voran Wolfang Lamminger, der eindrucksvoll den Jesus spielt. Auch Hendrik Tigges gelingt es ganz hervorragend, Verzweiflung und Trauer des Judas darzustellen.

22.45 Uhr: Die letzte Szene ist gespielt, die letzte Anspannung auf der Bühne endgültig der Erleichterung gewichen. Die Schauspieler besingen die Stadt Jerusalem, und der Applaus brandet noch einmal besonders auf, als Wolfgang Lamminger sich verneigt. Beifall im Stehen ist selbstverständlich. Markus Loesmann und Ingo Euler können stolz sein auf ihre Akteure, die den Abend nun erstmals nicht für sich im Albertussaal ausklingen lassen, sondern gemeinsam mit vielen Besuchern in das angrenzende Zelt hinübergehen.

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