Hausärzte bleiben im Kreis „kleben“
Will Hausarzt im Kreis Soest werden: Christof Adam, Arzt in Weiterbildung in der Erwitter Gemeinschaftspraxis Dr. Franz Böckeler, Dr. Johannes Böckeler und Angelika Balmes.

Nach aktuellen Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die der Wirtschaftsförderung Kreis Soest (WFG) vorliegen, erhöhte sich die Zahl der Hausärzte im Kreis Soest von Mai bis November von 183 auf 190. In Erwitte (plus eins), Lippstadt (plus fünf) und Soest (plus eins) sind neue Ärzte hinzugekommen, wie es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung der WFG heißt. In keiner Kommune im Kreis sei die Anzahl der Hausärzte gesunken Im Rahmen der Bedarfsplanung des Landesauschusses der Ärzte und Krankenkassen sind im gesamten Kreis Soest noch 21,5 Zulassungen/ Anstellungen bis zur Überversorgung möglich.

Der Kreis Soest ist in die fünf Mittelbereiche Geseke (Geseke), Lippstadt (Lippstadt, Erwitte, Anröchte), Soest (Soest, Bad Sassendorf, Möhnesee, Welver, Lippetal), Warstein (Warstein, Rüthen) und Werl (Werl, Ense, Wickede) eingeteilt. Kein Mittelbereich ist von Zulassungsbeschränkungen betroffen. Mit dem Projekt „WFG am Puls“ unterstützt die Wirtschaftsförderung nach eigenen Angaben Hausärzte bei dem Weg in die Niederlassung, zeigt Kommunen Handlungsoptionen auf, wie sie die Ansiedlung von Hausärzten fördern können und baut gemeinsam mit den Versorgern neue Angebote auf, um den Kreis Soest noch attraktiver für Medizinstudenten und junge Ärzte zu machen.

„Durch das Projekt haben sich bereits vier Hausärzte im Kreis Soest niedergelassen. Aktuell werden weitere Hausärzte bei dem Weg in die Niederlassung begleitet“, zieht Marcel Frischkorn, Projektleiter der WFG, eine Zwischenbilanz. Um einem drohenden Hausärztemangel in der Zukunft entgegenzuwirken (40 Prozent der Hausärzte im Kreis Soest sind älter als 60 Jahre), entwickelt die WFG gemeinsam mit Hausärzten und den Krankenhäusern in der Region ein Hospitations- und Ausbildungsangebot für Medizinstudenten.

Das Angebot soll noch in diesem Halbjahr starten. „Mit dem kreisweiten Famulaturprogramm wollen wir Medizinstudenten in den Kreis Soest locken, nachhaltig von der Attraktivität des Gesundheitsstandortes überzeugen und langfristig einen Klebeeffekt erzielen“, erläutert Frischkorn. „Die Hausärzte im Kreis Soest erhalten in den nächsten Wochen ein Informationsschreiben mit Anmeldemöglichkeit für das neue Famulaturprogramm.“ Im März startet zudem ein Telemedizinprojekt, das der Bevölkerung und der Ärzteschaft digitale Anwendungen in der medizinischen Versorgung im Kreis näher bringen soll.

Weitere Informationen zu den Projekten bei WFG-Mitarbeiter Marcel Frischkorn, Telefon 02921/303297 oder per E-Mail an marcel.frischkorn@kreis-soest.de.

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