Herbergssuche wird in die Tat umgesetzt
Elisabeth Zinselmeier und Regina Feijão (v. l.) stellen im Pfarrbüro in Oestinghausen das Projekt „Herbergssuche“ vor. In den Gottesdiensten zum ersten Advent startet in Herzfeld, Hovestadt, Hultrop, Lippetal und Oestinghausen die Wanderschaft der Krippenfiguren.

„Im Advent 2015 haben wir die ,Herbergssuche‘ ins Leben gerufen“, erklärt Elisabeth Zinselmeier, die in der Ida-Gemeinde aktiv ist. „Das war ein toller Erfolg.“ Zwei Jahre später schließen sich nun alle Gemeindeteile Lippetals dieser Aktion an. „Wir möchten dieses Projekt dazu nutzen, den Advent bewusster wahrzunehmen“, sagt Pastoralreferentin Regina Feijão.

Auf Herbergssuche gehen die Krippenfiguren Maria und Josef. In dem Rucksack, in dem sie im Gottesdienst zum Ersten Advent von der Kirche aus auf Wanderschaft gehen, steckt auch ein Buch mit leeren Seiten. Hierin können diejenigen, die ihnen Unterkunft für eine Nacht geben, aufschreiben, welche Gedanken ihnen durch den Kopf gingen, welche Gefühle sie bewegten, als sie die „Schutzsuchenden“ bei sich aufnahmen. Am nächsten Tag werden andere mit „Maria und Josef“ konfrontiert.

„Es ist verblüffend, wie intensiv sich die Menschen angesichts dieser Figuren mit der Frage auseinandersetzen ,Was tue ich, wenn plötzlich ein Fremder vor der Tür steht und um Hilfe bittet?“, freut sich Elisabeth Zinselmeier, dass es so gelingt, Bewegung in den Advent zu bringen. Die gedankliche Auseinandersetzung hat auch eine körperliche Regung zur Folge. Die Suche nach der nächsten Herberge befasst sich in und mit der Gemeinde als Ganzem. So rücken Menschen zusammen in ihrem Glauben.

„In diesem Jahr“, freut sich Regina Feijão, „machen alle katholischen Kirchen Lippetals mit. Wir sind sehr gespannt darauf, was wir in den begleitenden Büchern vorfinden. Die Bücher aus 2015 und 2016 bieten eine interessante Lektüre. Kinder zum Beispiel fangen sofort an zu bauen. Die reagieren konkret, überlegen, was man sich Schönes einfallen lassen könnte für die beiden. Erwachsene machen sich das Thema bewusst und schreiben Wünsche auf, oder Gebete, fassen Ängste und Hoffnungen in Worte.“

„Und darüber wird dann weiter nachgedacht, wird geredet. So findet ein Austausch statt“, fasst Elisabeth Zinselmeier die Erfahrungen der vergangenen Jahre zusammen. „Im besten Fall ändert sich in der Einstellung Fremden gegenüber etwas zum Positiven.“ Wer seine Tür nicht öffnet, verschließt sich selbst In Herzfeld, Hovestadt, Hultrop, Lippetal und Oestinghausen wird der Advent also besonders interessant. Denn Maria und Josef können überall auftauchen.

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