Herzfelder Bauern ersehnen Regen
Die Ernte hat im Kreisgebiet mit dem Einholen der ersten Gerste begonnen.

Kurz danach war aber schon wieder Schluss, die Erntearbeiten erleben eine Zwangspause.  Grund ist das Unwetter am Sonntag, das in einigen Regionen des Kreises starke Schäden anrichtete.

Die auf knapp 13 000 Hektar im Kreis angebaute Gerste sei die erste Getreideart, die reif sei, berichtet der Vorsitzende der Soester Landwirte, Josef Lehmenkühler. Teils massive Schäden habe in einigen Regionen das Unwetter am Sonntag verursacht. Starkregen in Verbindung mit Orkanböen habe neben entwurzelten Bäumen dazu geführt, dass Mais und Getreide flach an den Boden gedrückt worden seien. „Sobald die Gerstenflächen abgetrocknet sind, werden die Erntearbeiten weitergehen“, erklärte Lehmenkühler.

Rolf Heidhues, der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Lippborg-Hultrop, bestätigt, dass die Ernte der Wintergerste auch in Lippborg so lange ruht, bis es wieder einige Tage am Stück trocken gewesen sein wird. Mit Blick auf den Niederschlag am vergangenen Sonntag betont er: „Wir sind sehr froh, dass es so viel geregnet hat. Es war akuter Wassermangel auf den Feldern.“ Weizen, Mais, das Grünland, sie alle hätten den Regen dringend benötigt.

Rund 50 Millimeter Wasser pro Quadratmeter seien in Lippborg gemessen worden, sagt Heidhues. „Es ist gut was runtergekommen. Und wir hatten Glück, dass es hier keinen Hagel gab.“ Von größeren Schäden auf den Feldern blieb Lippborg verschont.

In Herzfeld hat es zum Leidwesen der Bauern deutlich weniger geregnet. Stephan Westerhoff-Rinsche vom dortigen Landwirtschaftlichen Ortsverein spricht von zirka 10 Millimetern. Bei ihm selbst auf dem Hof, der im Osten des Ortsteils liegt, waren es sogar nur 7 Millimeter. „Es hätte eigentlich ein bisschen mehr sein müssen“, betont der Landwirt mit Blick auf das wachsende Getreide. Und so wünscht er sich durchaus noch ein paar Tage mit Niederschlag.

Als Folge der Trockenheit wird sich nach Einschätzung von Stephan Westerhoff-Rinsche die Ernte von Weizen, Roggen und Triticale in diesem Jahr rasch an das Einbringen der Gerste anschließen. „Zum Teil sind schon Trockenschäden da.“ Nach der Gerste wird zunächst der Raps geerntet, wie Josef Lehmenkühler vom Kreisverband weiter erläutert. „Hier dauert der Abreifeprozess aber noch etwas.“ Diese Ölfrucht werde mit rund 8500 Hektar im Kreis Soest angebaut.

Eine weitere bedeutende Frucht in der Region ist mit einer Fläche von 22.000 Hektar der Weizen. Er werde erst nach dem Raps geerntet, sagt der Bauernvorsitzende. Zeitgleich mit dem Weizen werden dann Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer geerntet. Flächenmäßig seien diese Fruchtarten jedoch nicht ganz so bedeutend. Im Herbst folgt dann noch der Mais.

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