Im Durchschnitt 1,2 Straftaten pro Tag
Bild: Kirchhoff
Zu Gast im Rathaus Lippetal: (v. l.) Polizeidirektor Michael Schrage (l.) und Erster Polizeihauptkommissar Roland Vanderbemden (r.) wurden von Bürgermeister Matthias Lürbke begrüßt.
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Einmal im Jahr kommen die beiden leitenden Polizisten aus Soest nach Lippetal, um dem Bürgermeister die Kriminalstatistik vorzulegen. Auch in diesem Jahr belegten Schrage und Vanderbemden ihre Ausführungen mit Zahlen: 443 Straftaten habe es im Jahr 2010 in Lippetal gegeben, weniger als im Vorjahr. „Bei einer Einwohnerzahl von rund 13 000 macht das durchschnittlich 1,2 Straftaten“, rechnete Polizeidirektor Michael Schrage vor.

 Nun muss man das allerdings differenzieren: Es sind nicht etwa 442 Lippetaler, die im vorigen Jahr durchschnitt 1,2 Straftaten begangen haben, „die meisten Täter kommen von außerhalb, aber treiben hier ihr Unwesen“, erläuterte Wachleiter Roland Vanderbemden. Das merke man insbesondere an der leicht ansteigenden Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte, die die beiden Polizeibeamten auch darauf zurückführen, dass heutzutage viele Betrügereien im Internet durchgezogen werden.

Die Polizeistatistik für Lippetal weist für das vergangene Jahr zwar neun Fälle sogenannter Gewaltkriminalität auf, aber auch diese Zahl „gibt keinen Anlass zur Sorge“, wie die beiden Polizisten am Donnerstag dem Lippetaler Bürgermeister Matthais Lürbke versicherten. Im Bereich schwerer Diebstahl / Einbruch wurde 93 Fälle aufgenommen, davon sind allein 31 Fahrraddiebstähle. In drei Fällen musste die Kripo Ermittlungen bei Raubdelikten aufnehmen, die Zahl der aktenkundig gewordenen Sachbeschädigungen in Lippetal sank von 56 im Jahr 2009 auf 52. „Gerade in diesem Bereich werden wir verstärkt aufpassen“, versprachen Polizeidirektor Schrage und Erster Polizeihauptkommissar Vanderbemden. Sie versicherten dem Bürgermeister zudem, dass die durch die Versetzung von Polizeihauptkommissar Jürgen Fleischer von Lippetal nach Bad Sassendorf frei gewordene Stelle durchaus wieder besetzt werden kann. Zwei Lippetaler Unfallschwerpunkte nimmt die Kreispolizei Soest besonders in den Blick: Die Landesstraße 822 auf ihrer gesamten Länge von der Autobahnabfahrt Hamm-Uentrop bis weit hinter die Herzfelder Ortsgrenze sowie der Teil der Bundesstraße 475, der durch Lippetaler Gemeindegebiet führt. Auf beiden Straßen würden ebenso häufig wie regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. „Und unsere Kollegen sind immer wieder erstaunt, wie schnell hier verbotener Weise gefahren wird“, erläuterten die beiden Polizeibeamten.

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