Inzidenzwert von 201,8 bereitet Sorgen
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Eine Spritze, mit der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verimpft wurde, liegt in einer Hausarztpraxis. Die Inzidenzwerte in Lippetal geben Grund zur Besorgnis.
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 „Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen um Hygiene, Impfung und Testung und trotz aller Kontaktbeschränkungen befinden wir uns heute mitten in der dritten Welle – und das mit Zahlen, die wir in Lippetal bislang so nicht erlebt haben“, stellte Bürgermeister Matthias Lürbke fest. Aktuell zähle man 44 akut Infizierte und 92 Personen in Quarantäne. Dabei veränderten sich die Zahlen in der Gemeinde in der Vergangenheit oft rasant – und zwar sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Bei derzeit 12 120 gemeldeten Bürger erhöht eine einzige infizierte Person den Inzidenzwert bereits um 8,25 Prozentpunkte.

Ansteckung passiert im häuslichen Umfeld

Da schlägt der aktuelle Corona-Ausbruch in einer Arbeiterunterkunft eines fleischverarbeitenden Betriebes mit acht Betroffenen allein mit 66 Prozentpunkten auf den Inzidenzwert zu Buche. In diesem Fall habe der Arbeitgeber die Personen umgehend in einem auswärtigen Quarantänehotel untergebracht, so dass die Gefahr einer weiteren Verbreitung in der Bevölkerung unterbunden sei, so die Gemeindeverwaltung. Dieses Ausbruchsgeschehen allein erkläre die hohen Werte in der Gemeinde aber nicht.

Sogenannte „Hotspots“ seien in Lippetal zwar nicht erkennbar, es zeige sich aber auch hier, dass ein überwiegender Teil der Fälle auf Treffen und Feierlichkeiten im privaten Umfeld zurückzuführen seien, heißt es in der Pressemitteilung. Es komme nach Kontakten zu einer infektiösen Person häufig zu Ansteckungen unter Freunden und Nachbarn. „Leider ist auch zu erkennen, dass dort, wo die Ursprungsvariante des Virus nur einzelne Familienmitglieder getroffen hat, heute die verbreitete britische Mutation dazu führt, dass sehr oft der ganze Hausstand infiziert wird“, erläutert Lürbke weiter. Kreisweit sind die Corona-Zahlen derzeit rückläufig. Das Robert-Koch-Institut hat am Freitag sogar eine Inzidenz unter Hundert (91,5) ausgewiesen.

Enge Abstimmung mit Kreisgesundheitsamt

Da die Corona-Maßnahmen auf die Kreisinzidenz abzielen, werden für Lippetal aktuell keine weiteren Einschränkungen erwartet. Lokale Maßnahmen können allerdings angeordnet werden, sobald eindeutige Hotspots zu erkennen sind. Die Gemeinde steht hierzu im ständigen Kontakt zum Krisenstab und dem Gesundheitsamt des Kreises Soest. Lürbke betrachtet die Entwicklung in Lippetal mit Sorge. „Wir müssen zusammenhalten und dafür sorgen, dass wir nicht zu einem Hotspot mit noch einschränkenderen Maßnahmen werden. Es gilt daher weiterhin: Zuhause bleiben, Abstand halten und unnötige Kontakte vermeiden – auch wenn es nach den vielen Monaten des Verzichts immer schwerer fällt.“

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