Kamel und Schafe liebevoll gestaltet
Eine Darstellung der heiligen Familie mit (v. l.) Heinz Stengel, Beate Stemmer und Theresa Colo: Krippenfiguren sind im Dezember ein großes Thema beim Kreativtreff.

Muss Ersatz oder eine Ergänzung her, hilft eine Lippetaler Kreativgruppe gern weiter. Denn seit Jahren gestalten Hannelore Hennecke und Heinz Stengel aus Lippborg liebevoll bemalte neue Krippenfiguren, die unter anderem beim Basar des Arbeitskreises „Mission, Entwicklung und Frieden“ für den guten Zweck veräußert werden. „Weihnachten, das kommt immer so plötzlich“, sagt Hannelore Köster aus Herzfeld lachend, als die Gruppe am Abend zusammensitzt und noch Schafe und Kamele für eine Krippe bemalt.

Der große Raum in ihrem Haus ist eine regelrechte Werkstatt. Liebevoll bemalte Bären, Hasen und auch Engel reihen sich auf dem Regal. Davor steht ein großer Tisch. Zahllose Tuben spezieller Acrylfarbe füllen die Kartons, ebenso unzählige Pinsel stehen daneben. Hannelore Hennecke verbringt schon seit mehr als 15 Jahren regelmäßig einen Abend der Woche in der Kreativwerkstatt von Hannelore Köster, Heinz Stengel begleitet sie seit rund zehn Jahren. Viele Rohlinge aus gebrannter Keramik haben dort bereits einen farbenfrohen Anstrich erhalten.

Vor allem aber liegt den beiden die Gestaltung von Krippenfiguren am Herzen, die im Rahmen des Lippborger Basars für den guten Zweck verkauft werden. Heinz Stengel hat noch so manches Krippengebäude dazu gebaut.

In verschiedenen Größen sind die klassischen Figuren zu haben. Farblich setzen die Hobbykünstler auf klassische Optik. Ein blaues oder gedeckt rotes Gewand für Maria, grün oder braun für Josef, das passt immer. Die Hirten tragen Braun- und Grüntöne, die Heiligen Drei Könige sind farblich prächtig gehalten. Zudem haben unzählige kleine Engelchen dort ihre gemalten Gewänder erhalten. Doch auch moderne Engelfiguren gestaltet Hannelore Köster immer wieder. Einige Schafe und ein Kamel werden in diesem Jahr die Krippenlandschaft von Iris und Ingelore Juchhoff aus Lippstadt erweitern. Dabei sind gezielte Pinselstriche gefragt.

Den zunächst fast bunt wirkenden Kamelen verpasst Claudia Fratczak durch die beherzte Bearbeitung mit einer speziellen Patina-Farbe ihren letzten, aber sehr wichtigen Schliff. Dazu wird die dunkle Farbe zunächst aufgetragen und im nächsten Arbeitsschritt wieder gezielt abgewischt. In den tiefer liegenden Bereichen der Rohlinge verbleibt die Schattierung, die sowohl die Gewänder, aber auch das Fell der Kamele strukturieren. Neben den schmucken kleinen Statuen finden sich in der Herzfelder Werkstatt größere Figuren. So hat Hannelore Köster dem Ochsen der Krippe erst kürzlich das Horn wieder angeklebt und Schadstellen beseitigt.

Pünktlich zum Weihnachtsfest wird die Jesus-Figur, wie es sich gehört, im Stall von Ochs und Esel begleitet. Auch auf den letzten Drücker ist manchmal ihre Hilfe gefragt. „Manchmal musste noch am Heiligen Abend ein Kopf oder ein Ohr repariert werden“, berichtet die Künstlerin schmunzelnd. Den Hobbykünstlern in der Werkstatt von Hannelore Köster kommt es derweil nicht nur auf die gestalteten Ergebnisse an. „Wir haben immer Spaß und finden etwas Ruhe“, erzählt Hannelore Hennecke, und auch eine Tasse Kaffee gibt es immer mal wieder.

Die weihnachtlichen Figuren werden nun zunächst weggeräumt, aber nicht allzu lange. Schon im Sommer werden die Hirten, Schafe, Kamele und Engel wieder von ruhigen Händen ihre Gewänder und Felle erhalten und beim Basar im Lippborger Pfarrheim die Blicke auf sich ziehen.

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