Kesseler Mühle wird ein Wohngebäude
Die ehemalige Gaststätte an der Lippe wird künftig zum Wohnen genutzt. Der neue Besitzer der Immobilie heißt Kai Philipp Konert.

Zusätzlich muss der Lippetaler rund 20.500 Euro an Verpflichtungen zahlen, sodass die obligaten fünf Zehntel des Mindestwerts von 160.000 Euro erreicht werden. Konerts Vater wohnt direkt gegenüber dem Anwesen auf der Insel zwischen den beiden Brücken. Der neue Inhaber will die „Kesseler Mühle“ nach eigenen Angaben zunächst renovieren und selbst zum Wohnen nutzen.

Nachdem im vergangenen Jahr zwei Versteigerungsrunden ohne Erfolg geblieben war, hatte die Sparkasse Soest-Werl als Hauptgläubigerin ein neues Verfahren vor dem Amtsgericht angestrengt. Mehr als ein Dutzend Besucher verfolgte am Donnerstagmorgen die Auktion, die Rechtspflegerin Carmen Fischer leitete.

Zunächst hatte ein Oelder Interessent 60.000 Euro geboten. Doch als Konert sein Angebot abgab, sagte der Oelder, dass er nicht weiter steigern wolle, und zog sich zurück. Nach den vorgeschriebenen 30 Minuten Wartezeit blieb Konert der einzige Bieter und bekam mit Zustimmung der Sparkasse Soest-Werl den Zuschlag.

Zuvor hatte auch die Gemeinde Lippetal Ansprüche angemeldet, die aber in dem Verfahren nicht berücksichtigt wurden, weil sie zu spät gekommen waren. Versteigert worden sind das Wohnhaus, das Gastronomiegebäude mit Fremdenzimmern und Kegelbahn und das Grundstück am Lippewehr.

Früher war die „Kesseler Mühle“ ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Aufgabe verrottete das Anwesen immer mehr. 2015 wurde es beschlagnahmt und stand seitdem leer. Immerhin hatte die Gemeinde die Sturmschäden, die „Friederike“ auf dem Dach des Gebäudes angerichtet hatte, beheben lassen. Und die Post hat zugesagt, den Briefkasten vom Gelände zu entfernen.

Nachbarn aus Herzfeld bezweifelten schon seit langem, dass jemals wieder Gastronomie in die alten Gemäuer einziehen könnte. Es gebe zu wenige Parkplätze sagten sie. Und was noch wichtiger ist: Inzwischen floriert an der Landesstraße 822 gegenüber der ehemaligen „Kesseler Mühle“ ein anderer Landgasthof.

Der Gasthof „Kesseler Mühle“ war ein Ausflugsziel mit Tradition: 1829 wurde er von der Familie Plettenberg erbaut. 1954 übernahm Familie Pöpsel den Gasthof, den sie zuvor 14 Jahre lang als Pächterin geführt hatte. 2014 kam mit der Insolvenz das Aus. Das am Schleusenkanal des Lippewehrs gelegene Areal umfasst ein Hauptgebäude mit Gastwirtschaft, dazu kommen zwei Nebengebäude inklusive Kegelbahn und Parkplätzen.

Die Gesamtgrundstücksfläche beträgt knapp 1400 Quadratmeter. Beliebter Anlaufpunkt im Sommer war der Biergarten vor dem Haus mit Blick auf die Lippewiesen. Neben Radlern nutzten auch Kanuten gern die Gelegenheit zur Rast.

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