KiL-Saison birgt Kleinkunst-Kracher
Sie rechnen immer kabarettistisch mit einem ganzen Jahr ab: Wer Karten für die „Storno“-Aufführung in Hovestadt haben möchte, sollte sich sputen.

Die drei Buchstaben KiL sind längst kein Geheimtipp mehr. Man weiß, dass sich dahinter der Verein „Kultur in Lippetal“ verbirgt, der bereits im 17. Jahr hochkarätige Kabarett-Veranstaltungen organisiert. Auch für die kommende Saison hat sich KiL mächtig ins Zeug gelegt: Von jiddischen Liedern und Klezmermusik bis zu „Storno“ ist wieder vieles vertreten, was in der Kleinkunst Rang und Namen hat.

Eröffnet wird die Saison am 28. November im Saal Orthues mit einem Auftritt der Gruppe „Aufwind“, die wohl zu Recht als „beste deutsche Klelzmer-Band“ bezeichnet wird. Der spezielle Zauber der „Aufwind“-Konzerte entsteht durch die abwechslungsreiche Mischung poetischer Balladen, mitreißender Instrumentalmusik in Kombination mit großer Spielfreude. Es folgt am Vorabend des Nikolaus-Festes Frieda Braun, die in den Albertussaal Hovestadt kommen wird.

„Alles in Butter!“, heißt das Programm, das die schräge Sauerländerin Frieda Braun präsentiert. Es geht darin unter anderem um Eheprobleme im Hause Braun. Tante Frieda zieht die Konsequenzen und verlässt ihren Erwin. Doch leise Zweifel bleiben: Haben nicht andere Männer auch ihre Macken? Zum Beispiel Heinz, der seine Frau Renate keinen Kuchen mehr backen lässt. Oder Franz, der nichts als Fußball im Kopf hat. Solistisch ist auch Sia Korthaus unterwegs, die am 20. Februar im Saal Orthues gastiert. Sie singt und erzählt in ihrem neuen Soloprogramm „VorLieben“ von ihrer Erfahrung als Brautjungfer bei einer bayrischkölschen Hochzeit. Bei der Konstellation sind nicht nur sprachliche Konflikte vorprogrammiert. Korthaus, das weibliche Comedy-Ausnahmetalent aus Köln, beweist erneut, dass sie gleichermaßen unterhaltsam wie feinsinnig eine Brücke zwischen Comedy, Kabarett und Gesangskunst zu schlagen vermag.

„Die Menschen sind ’ne Krisenherde“, behauptet Kabarettist Matthias Reuter in seinem Programm, das er am 13. März im Saal Orthues vorstellen will. Reuter guckt sich an, was seine Mitmenschen so machen und versucht, sie trotzdem zu mögen. Dazu spielt er Klavier und singt im Rahmen seiner Möglichkeiten, denn er macht sich gern bemerkbar. Und schließlich „Storno“, die am 26. März im Albertussaal sind. Dazu muss man nichts mehr schreiben, außer vielleicht, dass die „Storno“-Karten in Lippetal immer rasend schnell vergriffen sind.

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