Kinder lernen alte Handwerkskunst kennen
Bild: Schomacher
Paul, Lena, Jonas und Tobias (v. l.) sind eifrig dabei, Flachs zu brechen
Bild: Schomacher

Mit den Märchen „Die kluge Bauerntochter“ und „Allerleirauh“ stimmte Ursula Niggemeier-Kaufmann die Kinder auf die Ferienaktion ein. Der preisgekrönte Zeichentrickfilm „Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam“ stimmte die Kinder aufs anschließende Flachsen ein. Selbstverständlich waren die Mädchen und Jungen auch von den besten Freunden des Maulwurfs, Hase, Igel und Maus restlos begeistert. Schließlich zeigt der Film hervorragend auf, welche Arbeitsschritte notwendig sind, um überhaupt ein Kleidungsstück aus Flachs anfertigen zu können.

Im Hof des Heimathauses konnten die Mädchen und Jungen anschließend selbst aktiv werden. Roswitha Bröckling, Vorsitzende des Heimatvereins, und Manfred Jatzkowski hatten alles bestens vorbereitet. Mit Begeisterung hielten die Kinder die Leinstängel in den Händen und befreiten sie durchs „Riffeln“ von den Samenkapseln, die mit viel Interesse und ausgiebig untersucht wurden. Schließlich sind darin die Leinsamen zu finden, die in der Küche Verwendung finden können. Beim Brechen der trockenen Stängel kamen schließlich die Flachsfasern zum Vorschein. Dann wurden die Kinder beim „Hecheln“ (kämmen) aktiv, um die Flachsfaser vom Holzkern zu reinigen.

Schließlich ist überliefert, dass Flachsfasern eine der ältesten Kulturpflanzen sind. Leinarten kommen bis auf den heutigen Tag vielfach zum Einsatz: als technische Fasern, als Heilpflanze und Lebensmittel sowie zur Gewinnung des Leinöls. Leinen oder Flachs ist die Faser aus der Lein- oder Flachspflanze, insbesondere auch das daraus gefertigte Gewebe oder Tuch. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Leinen fast völlig durch Baumwolle verdrängt, gewinnt aber als ökologische Naturfaser heute mehr und mehr an Bedeutung.

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