Kinder zum Lesen animieren
Bild: Junker
Kinder der Integrativen heilpädagogischen Tagesstätte St. Barbara freuen sich über ihre Lesetaschen, die ihnen gestern Irmgard Pösentrup (l.) von der Katholischen Öffentlichen Bücherei Lippborg überreichte.
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Die Kinder der Integrativen heilpädagogischen Tagesstätte St. Barbara bekamen gestern ihre ersten „Lesetaschen“ von Irmgard Pösentrup.

In Windeseile packten die Dreijährigen die gelben Stoffbeutel aus, bestaunten mit großen Augen den Inhalt und blätterten in ihren neuen Bilderbüchern. „Da sieht man, wie neugierig Kinder sind“, sagte Irmgard Pösentrup von der Katholischen Öffentlichen Bücherei in Lippborg.

Eltern sind gefordert

Viele Kinder und Jugendliche könnten nur unzureichend lesen und hätten daher Schwierigkeiten mit späteren Schulanforderungen zurechtzukommen. „Indem wir die Kinder früh animieren, wollen wir dem entgegenwirken“, erklärte Irmgard Pösentrup. Vor allem die Eltern seien gefordert. Lesen müsse wieder mehr in den Familienalltag integriert werden, weiß Tagesstättenleiter Franz Berntzen. Immer wieder hört er von Eltern, die zu wenig Zeit hätten, ihren Kindern etwas vorzulesen. „Dabei reichen schon zehn Minuten am Tag“, erklärte er.

Mit der Initiative sollen die Eltern auch motiviert werden, Geschichten zu erzählen und ihren Kindern etwas vorzulesen. Smartphone, Internet und Fernsehen haben den Büchern den Rang abgelaufen. Dabei sei es wichtig, dass sich Kinder auch mal zurückziehen, um aus der Reizüberflutung herauszukommen, meint Berntzen. Während der gemeinsamen Lesestunden entstehe zudem ein Gefühl der Geborgenheit und beeinflusse die Kinder positiv. Aus diesem Grund hat das Team um Franz Berntzen Kuschelecken in jeder Kindergartengruppe eingerichtet, in der die Dreijährigen zusammen mit den Gruppenleitern lesen.

Das Leseprojekt gibt es seit 2011. Es wird vom Bundesfamilienministerium in Zusammenarbeit mit Büchereien und Bibliotheken umgesetzt und richtet sich vornehmlich an bildungsferne Familien. „Aber da machen wir nicht mit“, sagte Irmgard Pösentrup. Das führe nur zu einer Stigmatisierung. Die Bücherei richtet ihr Angebot an Familien aus allen Bevölkerungsschichten.

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