Kundiger Heimatfreund Felix Bierhaus wird 95 Jahre alt
Bild: nes
Felix Bierhaus, rüstiges Hovestädter Urgestein und äußerst kundiger Heimatfreund, wird heute 95 Jahre alt.
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Die Arbeit mit dem Computer beziehungsweise dessen Vorläufer lernte Bierhaus schon während seines Berufslebens vor 47 Jahren kennen. Ihm ist es unverständlich, dass viele heute noch keinen Gebrauch davon machen. Er selbst hat nicht nur Familiengeschichte ins Netz gestellt, sondern auch jede Menge Historisches aus allen Orten der Gemeinde Lippetal mit seinem 480-Seiten-Archiv öffentlich gemacht.

Als Hobby-Historiker sammelte Bierhaus Dokumente aus drei Jahrhunderten, Fotos, jede Menge Ansichtskarten und Berichte von Zeitzeugen. Seit dem frühen Tod von Bierhaus’ Sohn Ludger im Jahr 2004 pflegt Ralf Meißner aus Soest das Archiv, das ständig erweitert wird. Über 10 000 Besucher haben bisher die Sammlung aufgerufen. Und selbstverständlich hat der Heimatforscher Bierhaus stets für Neuigkeiten, Fragen und Anregungen ein offenes Ohr, auch für das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept, das derzeit in aller Munde ist.

Am 2. Oktober 1917 erblickte Felix Bierhaus als drittes von sieben Kindern des Böttchermeisters Joseph Bierhaus und Agnes geborene Rhode aus Kesseler das Licht der Welt. Schon sein Vater, der 14 Jahre Bürgermeister und 50 Jahre Posthalter von Hovestadt war, erreichte das stolze Alter von 104 Jahren. Nach dem Besuch der Volksschule in Hovestadt, der Rektoratschule in Herzfeld und der Auslandsschule in Holland trat Bierhaus 1934 als Verwaltungssekretär seine Inspektoren-Laufbahn beim Amt Oestinghausen in Hovestadt an. 1939 wurde er eingezogen und kehrte erst 1949 aus russischer Gefangenschaft nach Hovestadt zurück. Bis zu seinem Ruhestand arbeitete er 21 Jahre als Finanz- und Lohnbuchhalter bei der Firma Schwartze in Eickelborn.

Das Sammeln von Postkarten ist eine große Leidenschaft von Bierhaus. Über 10 000 hat er Zeit seines Lebens zusammengetragen, darunter ungezählte historische Ansichten aus der Gemeinde Lippetal. Sein immenses Wissen hat Bierhaus aber auch niedergeschrieben. Darunter beispielsweise die Geschichte des St.-Ida-Hospitals, von Schloss Hovestadt und seiner Kapelle sowie den Kirchenführer. Zum Gedenken an den verstorbenen Sohn haben Bierhaus und seine Ehefrau Liesel geborene Gerwiener, mit der er seit 62 Jahren verheiratet ist, 2007 die Ludger Bierhaus-Stiftung gegründet. Mit 12 000 Euro konnten bisher heimatkundliche Zwecke und caritative Unternehmungen unterstützt werden.

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