Landtagspräsident Uhlenberg eröffnet das Wallfahrtsjahr in Herzfeld
Bild: Schomacher
Pastor Gereon Beese, Rektor der Herzfelder Wallfahrt, bedankte sich bei Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (r.) für dessen Einführungsreferat in das Wallfahrtsjahr und -thema.
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Wer die Garnitur des Alltags beiseite schiebe, könne darunter die wirklich wichtigen Dinge des Lebens entdecken, sagte Uhlenberg. Das treffe auch auf den Mittelpunkt seines Vortrags zu: „Habt Mut zum friedlichen Zusammenleben von Generationen und Kulturen hier in Nordrhein-Westfalen, in Deutschland und in Europa.“

In einer Zeit, in der vielfach mangelnde religiöse Praxis beklagt werde, erlebe das Wallfahrtswesen einen besonderen Aufschwung. Grund sei für viele Menschen die Suche nach dem Sinn des Lebens. Richtig sei, das wirklich Wichtige in den Mittelpunkt des Lebens zu rücken, sagte Uhlenberg. Mit Bezug auf das Wallfahrtsthema forderte der Landtagspräsident: „Habt Mut und nehmt euch gegenseitig an, wie Christus uns angenommen hat“. Schließlich sei es der höchste Anspruch an einen verantwortungsvollen Christen, mutig füreinander dazu sein und sich mit den eigenen Fähigkeit für andere einzusetzen.

Aus diesem Verständnis heraus ergebe sich auch eine mögliche Antwort auf die Frage, die ihm als Präsident des Landtages oft gestellt werde: „Dürfen sich Politiker hier in Deutschland überhaupt öffentlich zu ihrem christlichen Glauben bekennen?“ Dietrich Bonhoeffer habe dazu gesagt, dass es keinen Rückzugsort für Christen von der Welt gebe, führte Uhlenberg aus. Ein Christ bleibe Christ auch als Politiker. Im Landtag  würden die katholische und evangelische Kirche vor den Plenarsitzungen zu Andachten einladen, die von vielen Abgeordneten genutzt werde. „Mir tut das jedenfalls gut“, sagte Uhlenberg.

Jeder Christ solle sich auf die Werte solidarischen Miteinanders besinnen. Schließlich leiste gelungenes Miteinander gelungener Integration Vorschub, mache die Gesellschaft auf Dauer handlungsfähig und komplett. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels könne das Motto für die Zukunft nur lauten: „Miteinander statt gegeneinander. Gemeinsam statt einsam“, führte Uhlenberg weiter aus. Das wiedervereinte Deutschland und die friedliche Zusammenarbeit der Nationen auf dem Europäischen Kontinent seien Geschenke der Geschichte. „Wer hätte gedacht, dass einmal über 455 Millionen Menschen aus 27 Staaten ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit gestalten?“

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