Mehr Einbrecher sollen gefasst werden
Sagen Einbrechern verstärkt den Kampf an: (v. l.) Andreas Müller (Leiter Soester Kriminalkommissariat), Carsten Seck (Leiter Ermittlungskommission), Landrätin Eva Irrgang, Manfred Dinter (Abteilungsleiter Kreispolizeibehörde) und Pressesprecher Wolfgang Lückenkemper.

Während in den vergangenen Jahren, teils mit Erfolg, die Einbruchsprävention im Fokus der Polizeiarbeit stand, verkündete Irrgang am Donnerstag zusammen mit Polizeidirektor Manfred Dinter und dem Leiter des Kriminalkommissariats, Andreas Müller, von nun an den Schwerpunkt auf die Ermittlungstätigkeit zu setzen.

„Unser Ziel sind möglichst viele Festnahmen bei gleichzeitig möglichst langen Haftstrafen“, brachte Carsten Seck, Leiter einer neu gegründeten Ermittlungskommission, den Ehrgeiz der Kreispolizei auf den Punkt. 14 Polizisten würden zu diesem Zweck behördenintern vorerst für ein halbes Jahr besonders eng zusammenarbeiten. Drei Beamte im Westkreis, drei Kollegen im Ostkreis sowie vier überregional vernetzte Polizisten und vier operative Kräfte sollen es den Diebesbanden in Zukunft schwerer machen als bisher. Diese stellen nämlich das Hauptproblem dar, wie die heimische Polizei beobachtet. Zwar sei die landesweite Kriminalstatistik für dieses Jahr noch nicht veröffentlicht, doch können die Soester Beamten aus ihren eigenen Erhebungen herauslesen, dass die Einbruchszahlen des Vorjahrs bereits um das doppelte überschritten worden sind. Insbesondere entlang der für die Flucht günstigen Verkehrsrouten wie den Autobahnen und Bundesstraßen sei ein erhöhtes Aufkommen dieser Verbrechen zu beobachten.

Die nun neu gegründete Einsatzkommission Wohnungseinbruchdiebstahl möchte die bisherige Sachbearbeitung unter anderem um intensive Umfeldbefragung, eine Störung der Absatzmärkte, eine tägliche Lageauswertung, verdeckte Ermittlungsarbeit und überregionale Koordination ergänzen. Insbesondere aber soll wirklich jedem Hinweis nachgegangen werden. Polizeidirektor Dinter rief die Menschen im Kreis Soest daher eindringlich dazu auf, bei verdächtigen Beobachtungen regen und vor allem zeitnahen Gebrauch von der Notrufnummer 110 zu machen. „Auch Kleinsthinweise können uns in Verbindung miteinander zum Ziel führen“, appellierte Dinter an die Bürger.

Einen ersten Erfolg konnte die neue Kommission bereits am Montag erzielen: Durch die Verfolgung eines im Kreis Soest gestohlenen Handys bis in das Saarland konnte eine insbesondere im Ruhrgebiet aktive Diebesbande, der mindestens sieben Einbrüche zur Last gelegt werden, auf frischer Tat ertappt werden. Ob die Einsatzgruppe, deren Neustrukturierung nicht zu Lasten der polizeilichen Grundversorgung und der generellen Gefahrenabwehr gehen soll, auch in Zukunft im Einsatz bleibt, soll im Anschluss an die Hauptsaison der Einbruchdiebstähle in einem halben Jahr geklärt werden.

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