Passionsspiele: Gotteshaus wird zur Bühne
Bild: Kirchhoff
Die Hovestädter St.-Albertus-Magnus-Kirche ist Schauplatz der Lippetaler Passionsspiele. Zuschauer sollten sich rasch Tickets im Vorverkauf sichern.
Bild: Kirchhoff

Passionsspiele, also die schauspielerische Darstellung vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi, stehen hierzulande nicht unbedingt auf den Programmen der Bühnen und Freilichttheater. Umso mehr ist das Engagement der Lippetaler zu würdigen, dieses Mammutunternehmen ausschließlich mit Laiendarstellern und -sängern zu proben und zur Aufführung zu bringen. Spielort ist die Hovestädter St. Albertus-Magnus-Kirche, die von jedem der 250 Plätze aus eine gute Sicht auf das Geschehen bietet, da keine Pfeiler den Blick auf die Bühne stören.

Dass es dieses Gotteshaus überhaupt gibt, ist den sowohl zielstrebigen als auch sturköpfigen Hovestädtern zu verdanken. Man schrieb das Jahr 1902. Der Neubau der Kirche in Herzfeld war vollendet. Die Kirchenbesucher, auch aus Hovestadt, Nordwald, Schoneberg und aus Niederbauer freuten sich, dass sie in dem geräumigem schönen Gotteshaus genügend Platz fanden. Seit undenklichen Zeiten waren die Katholiken aus Hovestadt und Nordwald auf den Kirchenbesuch in Herzfeld angewiesen. Wer sonntags zur Kommunion gehen wollte, musste am Samstag zur Beichte.

Warten vorm Beichtstuhl lässt Baupläne sprießen

Vor den Beichtstühlen in der St.-Ida-Kirche bildeten sich damals jeden Samstag lange Schlangen, bis es dem Herzfelder Pastor zu bunt wurde und er eines Sonntags von der Kanzel verkündete, dass die Auswärtigen (gemeint waren die Hovestädter) gefälligst zu warten hätten, bis die Herzfelder mit ihrem Sündenregister fertig seien.

Das ließen sich die Hovestädter nicht bieten. Sie gründeten einen Kirchenbauverein, räumten Schwierigkeit um Schwierigkeit aus dem Weg, gingen mit Sammelbüchsen durch den Ort und nach Auswärts, um Geld für ihr Unterfangen zu bekommen. Schließlich hatte man auch ein Grundstück, und im Jahr 1932 wurde die Baugenehmigung erteilt. Im eingemauerten Segensstein am Altar steht auch die Zahl 1932 als Fertigstellung und Weihe der Albertus-Magnis-Kirche, die nach Plänen des Dipl.-Ingenieurs Wibbe aus Hamm errichtet wurde und seither das Ortsbild Hovestadts besonders prägt.

SOCIAL BOOKMARKS