Renaturierter Graben soll Regen fassen
Der Graben, der hinter Herzfeld durch die Felder zur Lippe führt, soll umgestaltet und der Natur überlassen werden.

Geplant ist eine Renaturierung. Die geschätzten Kosten liegen bei 100.000 Euro. Die Feldflut, die am östlichen Rand von Herzfeld liegt, ist ein Graben, der das Regenwasser der benachbarten Wiesen und Felder in die Lippe ableitet. Zusätzlich münden Rohre der Regenwasserkanalisation des Orts in dem Graben.

„Diese sogenannten Einleitungen sind genehmigungspflichtig. Die bisherige Genehmigung lief Ende des vergangenen Jahres aus“, erklärt Eugen Nölle vom Bauamt Lippetal. „Wir haben uns mit der Unteren Wasserbehörde arrangiert.“ Statt mehrerer kleiner Regenrückhaltebecken, von denen jeweils eins an jeder Einleitung liegen sollte, hat sich die Gemeinde entschlossen, den Graben auf einer Länge von 200 Metern zu renaturieren. In der Vorlage zum Umweltausschuss steht, dass zu dem bereits vorhandenen Gerinne ein weiterer, parallel verlaufender Graben entstehen soll.

Außerdem ist einrund 16 Meter breiter Entwicklungskorridor für die Feldflut geplant. Steinschüttungen sollen entnommen und Totholz soll punktuell eingebracht werden. Die Laufkrümmung der Feldflut soll sich eigendynamisch entwickeln. Überhaupt soll in die Entwicklung der Gerinne nicht mehr eingegriffen werden. Stattdessen will man „die weitere Entwicklung der natürlichen Sukzession überlassen“. Das heißt, dass sich an dem Standort ein natürliches Ökosystem entwickeln soll. Die am Ufer wachsenden Bäume wie Eichen, Linden und Buchen bleiben erhalten.

Der Umweltausschuss hört in der Sitzung am 6. März zudem einen Vortrag der Bezirksregierung über den aktuellen Planungsstand für die Renaturierung der Lippe. Der Fluss soll nach Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zwischen Kesseler und Lippborg naturnah entwickelt werden. Die Richtlinie fordere einen guten Zustand der Gewässer bis zum Jahr 2027. Deshalb müssen zeitnah Maßnahmen angegangen werden.

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