Ruhetag? Aber nicht für die Marktmeister 
Bei der Arbeit auf der Marktwiese: Jasmin Köhler und Christian Hörster helfen mit, die Fläche für den Markttag herzurichten.

Das gilt aber nicht für jeden. Was machen eigentlich die Schausteller am Ruhetag, der daher rührt, dass die Pferdehändler, die am Viehmarkt teilnehmen wollten, am Sonntag nicht reisen durften? „Die sind alle bei der Arbeit“, erzählt der neue Marktmeister Christian Hörster lachend.

Allerdings nicht in Lippborg. Die Karussellbesitzer und Standbetreiber nutzen den Tag, um nach Lübbecke zu fahren und den am 1. September beginnenden Blasheimer Markt vorzubereiten. Die zeitliche Nähe zu diesem Volksfest ist auch der Grund, weshalb kaum Schausteller mit ihren Wohnwagen nach Lippborg gekommen sind, wie Gerd Kukuk, der langjährige Marktmeister, erläutert.

Immer wenn der August nur vier Wochenenden habe, lägen die Märkte in Lippborg und Blasheim so dicht hintereinander. Die Folge: Die Kirmesleute machen das ostwestfälische Lübbecke zu ihrer Basis. Nächstes Jahr ergibt sich dieselbe Situation, so dass erst 2018 wieder damit zu rechnen ist, dass sich die Schausteller für ein paar Tage in Lippborg einrichten.

Alles andere als ein Ruhetag ist der Montag für die Marktmeister. Am Morgen schon stehen sie auf der Marktwiese im Nieselregen und richten die Parzellen für die Aussteller ein. Das neue Team, zu dem außer Christian Hörster auch Ralf Goldstein und Jasmin Köhler zählen, wird dabei von den alten Hasen Gerd Kukuk und Norbert Wielage unterstützt.

Der Metallbauer Elbracht hat mit seinem mobilen „Stapelfixx“-Regal sein erstes Exponat bereits aufgebaut. Im Verlauf des Tages kommen Dutzende Aussteller hinzu. Geflügel und Schafe werden am Markttag auf der Wiese präsentiert, auch jede Menge Geräte und Maschinen für Landwirtschaft und Garten. Der Ortsverband der Bauern lädt wie jedes Jahr zu einem Rinder-Schätzspiel ein.

Die fliegenden Händler, für die zudem die Herzfelder und die Alte Beckumer Straße zur Verfügung stehen, sind ein Thema für sich. Denn angesichts des zu erwartenden besten Bummelwetters kommen viele ohne Anmeldung, wie Gerd Kukuk aus Erfahrung weiß. Die wollen auch noch untergebracht werden. „Da muss man einfach die Ruhe bewahren und darf bei Auseinandersetzungen nicht hibbelig werden“, sagt Gerd Kukuk. Und Christian Hörster ergänzt: „Wenn es um die Standplätze geht, muss man sich auch mal durchsetzen können.“

Damit der Betrieb läuft, sind die Marktmeister am Dienstag von 5 Uhr an auf den Beinen. Jasmin Köhler, Ralf Goldstein und Christian Hörster wollen langsam in die Aufgabe hineinwachsen, den Lippborger Markt auf die Beine zu stellen. Irgendwann werde es auch um neue Ideen gehen, kündigt Christian Hörster an. Wobei die Bräuche und Traditionen, die den Lippborger Markt unverwechselbar machen, auf alle Fälle bewahrt werden sollen.

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