SPD nimmt neuen Anlauf für freies WLAN
Vor dem Rathaus in Hovestadt sieht die SPD einen möglichen Hotspot-Standort. Weitere Flächen bieten sich an.

„Wir werden das in alle Richtungen diskutieren“, kündigte Bürgermeister Matthias Lürbke am Freitag an. Derzeit stellt die Verwaltung noch die erforderlichen Unterlagen dafür zusammen. Eine Menge Arbeit. Denn: „Rechtlich, aber auch fördertechnisch hat sich in letzter Zeit einiges getan“, sagte Lürbke. Ob ein freies WLAN am Ende auch für Lippetal in Frage komme, müsse sich erst zeigen.

In etwa so hatte sich die SPD-Fraktion das vorgestellt: Die Sache bekommt neuen Rückenwind. Sie bittet in ihrem Antrag auch um einen Sachstandsbericht. Bereits im Jahr 2016 hatte sie angeregt, die Möglichkeit zu prüfen, ein freies WLAN an verschiedenen Orten der Gemeinde einzurichten. Damals hatten Verwaltung und Ratsmehrheit das Haftungsrisiko als zu hoch eingeschätzt und deshalb zunächst die Finger davon gelassen.

„Ganz grundsätzlich“ signalisierte aber auch schon seinerzeit die CDU ihre Zustimmung. Doch die gesetzlichen Hürden seien mittlerweile weggefallen, so die aktuelle Einschätzung der SPD. Zudem stünden neue Fördermittel in Aussicht. Sogar im Rahmen des Leader-Projektes könnte ein freies WLAN realisiert werden. Wie das geht, hat Lürbke interessiert in der Nachbarkommune Delbrück verfolgt. Als Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Lippe-Möhnesee gratulierte er den Delbrückern im September 2017 persönlich zur Bewilligung ihres ersten Leader-Förderbescheids für ein freies WLAN. „Vor der Initiative gab es dort Ecken, in denen der Zugang ins Internet über das Mobilfunknetz praktisch unmöglich war“, erinnert sich Lürbke an frühere Besuche in der Stadt Delbrück.

Zusammen mit dem Verein Freifunk-Hochstift hat Delbrück das Projekt „Freies WLAN für die Kernstadt und die neun Orte“ vor rund zwei Jahren entwickelt. Über Leader gefördert wurde die Anschaffung und Ersteinrichtung der technischen Komponenten. Die Kosten für einen Accesspoint betrugen etwa 100 Euro. Dazu kamen die Verkabelung und der Stromanschluss – alles unter Beteiligung von Anwohnern, für die selbst aber keine Kosten entstanden. Die SPD sieht Lippetal besonders als Tourismus-Magnet in der Pflicht. Hotspots seien an folgenden Standorten sinnvoll: Oestinghausen: im Bereich des Brunnens; Lippborg: im Bereich des Kirchplatzes (Wohnmobilstellplatz); Herzfeld: im Bereich der Basilika; Hovestadt: vor dem Haus Biele.

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