Sanierung von Fratzen und Fassaden
Die Sanierung des Daches am Kornspeicher von Haus Assen hat begonnen. Zuschüsse aus Denkmal-Mitteln ermöglichen auch eine Restaurierung der Fresken und Ornamente an der Fassade des Innenhofes.

Dort hatte Sturmtief „Friederike“ den maroden Dachbelag tüchtig durchgewirbelt und Schaden angerichtet. Pater Volk stimmt natürlich neuen Balken zu, denn der Kornspeicher soll ja endlich dicht werden und stabil bleiben. Seit Jahren schon tröpfelt es hinein, weil das Dach nicht mehr dicht ist. Selbst dicke Eichenbalken sind schon angefault und wurden teilweise ausgebessert.

Dass die Sanierung überhaupt weitergehen kann, ist auch der neuen Landesregierung in NRW zu verdanken, die wieder Denkmalmittel in ihren Haushalt eingestellt hat. Zuvor waren sie von Rotgrün gestoppt worden. Neben den Eigenmitteln haben bereits der Bund und auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihre Unterstützung zugesagt.

Der Orden der Diener Jesu und Mariens (SJM) benötigt laut Pater Volk vorerst rund 335 000 Euro für die Reparatur des Dachstuhls und der Schieferabdeckung sowie für den südlichen Teil der Renaissance-Fassade des Innenhofs, die reichlich mit Fresken und Stuck verziert ist. Böse Fratzen und Verzierungen aus Sandstein sind teils noch gut erhalten, teils aber auch angefressen und sogar abgefallen.

Demnächst soll in einem ersten Arbeitsschritt in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt von Restaurator Thomas Sieverding in Zusammenarbeit mit Steinmetzmeister Markus Schulze erstmal eine Musterachse der Fassade saniert werden, damit man einen optischen Eindruck davon bekommt, wie das Ganze nach der Überarbeitung aussehen wird. Auf der westlichen, dem Wassergraben zugewandten Seite des Kornspeichers soll Ende August das Gerüst über der Wasserfläche aufgebaut werden, um auch dort das großflächige Schieferdach zu erneuern.

Sorgen und viel Mühen bereitet dem Orden zurzeit der Brandschutz im Rahmen der Umwidmung des ehemaligen Internatsflügels, denn die geforderten Auflagen sind in dem riesigen Schlosskomplex nur mit enormem finanziellen Aufwand zu erfüllen. So passen die großen Feuerwehrautos noch nicht einmal durch das Eingangstor hinter der hölzernen Zugbrücke.

Mit gutem Willen und der Fachkompetenz der Beteiligten werde sich laut Pater Volk aber auch dafür eine Lösung finden. „Man sollte aber bei allen Forderungen bedenken“, betonte Pater Volk, „dass wir hauptsächlich von Spenden leben und keine Kirchensteuermittel bekommen und die Restaurierung ja nicht allein für unsere Gemeinschaft durchführen, sondern dafür, dass auch zukünftige Generationen sich an dem wunderbaren Denkmal erfreuen können.“

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