Schatzsuche mit bunten Steinen
Farbenfroher Handschmeichler: Jeder Kiesel ist ein Unikat. Behalten sollte man die gefundenen Steine allerdings nicht.

Oder sie greifen selbst zu Pinsel, Stift und Farbe, um aus einem Kiesel ein kleines Unikat zu schaffen, das sie bei einem Spaziergang draußen verstecken, um dann gespannt darauf zu warten, ob es jemand findet und ein Foto ins Internet stellt. Nicole Schubert aus Lippborg startete die Lippetaler Aktion, ihre Facebook-Gruppe wuchs schnell auf 320 Mitglieder.

Doch Mareike Speckmann, die die Initiatorin unterstützt, ist sicher: Es gibt noch viel mehr ideenreiche Leute, die mitmachen und dazu beitragen, dass das Spiel rund läuft. Ihre große Bitte lautet: „Haltet euch an die Regeln.“ Die Herzfelderin spricht diesen Appell insbesondere im Hinblick auf die Einschränkungen aus, die derzeit gelten, um vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen.

Dazu gehört es, unbedingt Abstand zu halten und derzeit nicht in großen Gruppen losziehen, höchstens in der Familie. Generell gelte: keine fremden Vorgärten betreten, um beispielsweise einen besonders schönen Stein mitzunehmen und diesen zuhause zu bemalen. Die Mini-Kunstwerke sollten auch nur an einem sicheren Ort ausgelegt werden, um Kinder, die sie entdecken, nicht zu gefährden. Die einzelnen Exemplare, die schon im Lippetal – selbst in den abgelegenen Bauerschaften – unterwegs sind, sollen im Umlauf bleiben: Also nicht massenweise in die Tasche stecken, um sich daheim eine private Sammlung aufzubauen.

Mareike Speckmann betont: „Natürlich darf man einen Stein mal zwei, drei Nächte behalten, dann aber sollte er seine Reise fortsetzen.“ Viele tragen die Idee weiter. Stein-Gruppen gibt es auf dem gesamten Globus, auch in der Soester Börde. An zahlreichen Orten tauchen diese bunten Farbtupfer auf. Wer sie aufspürt, freut sich, einen Glücksbringer in der Hand zu halten, den er dann weiter auf die Wanderschaft schickt.

Mareike Speckmann, selbst Mutter, erzählt, dass die Kinder mit offenen Augen durch die Landschaft gehen und begeistert Ausschau nach den Fundstücken halten. Und für alle, die einen Lippetal-Stein mit dem Hashtag auf der Rückseite als Erkennungszeichen „ausgewildert“ haben, ist es spannend zu erfahren, welchen Weg er schon hinter sich hat und wo er wieder auftaucht. Gerade jetzt, während der Ausgangsbeschränkungen, sei es schön, kreativ zu werden und gemeinsam etwas zu gestalten, schildert Speckmann.

Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, die Arbeit mache Spaß. Es gebe unendlich viele Möglichkeiten und Motive. Allerdings sollten die Steine nicht beklebt werden, etwa mit Glitzerpunkten oder Kulleraugen. Mareike Speckmann erläutert: „Wir wollen keinen Müll produzieren.“ Die weltweite Aktion geht zurück auf ein Kind in England, das vor wenigen Jahren an Krebs gestorben ist. Isla Tansey bemalte in ihrem Krankenbett Steine und ließ sie verteilen.

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