Schwarzes Reh vor die Linse bekommen
Bei diesem schwarzen Reh in den Ahsewiesen sieht man die deutlichen Unterschiede zwischen ihm und seinem Artgenossen mit normalem braunen Fell.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine andere Tierart, sondern um eine genetische Ausprägung, die unter Rehen wie auch bei anderen Tierarten vorkommen kann. „Schwärzlinge gibt es bei manchen Tierarten nicht häufig, aber regelmäßig“, erklärt Dr. Margret Bunzel-Drüke, von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (Abu) im Kreis Soest.

Wenn beide Eltern ein entsprechendes vererbtes Gen besitzen, besteht die Chance, dass das Rehkitz mit schwarzem Fell zur Welt kommt. Besonders viele schwarz gefärbte Rehe gebe es im Münsterland, erläutert die Expertin. Warum das so sei, wisse man nicht, berichtet Margret Bunzel-Drüke. Auf ihren Streifzügen gelangen die Rehe manchmal auch auf die Ahsewiesen.

Viele Tiere bekommen mit so einer Veränderung ihrer Fellfarbe Probleme. Melanismus oder das Gegenstück Albinismus kann die betreffenden Tiere gefährden. Als einziger weißer Star in einer Gruppe normal gefärbter schwarzer Stare, geraten die Tiere schnell ins Visier von Raubvögeln.

Diese Sorgen hat das fotografierte schwarze Reh allerdings nicht, erklärt Margret Bunzel-Drüke. „Die schwarzen Rehe werden von ihren Artgenossen nicht ausgegrenzt und können sich genauso gut im Wald verstecken wie ihre Verwandten mit braunem Fell.“ Manchmal rettet ihr dunkles Fell den Rehen sogar das Leben.

„Diese Farbänderungen, egal ob schwarz oder weiß, kommen ganz selten vor“, weiß Jürgen Schulte-Derne, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft im Kreis Soest, zu berichten. „Die Chance liegt im Promillebereich. Deswegen ist der Anblick eines solchen Rehs etwas Besonderes. Die meisten Jäger verschonen sie deshalb“, sagt der Waidmann weiter.

Doch auch wenn sie von den Jägern laufen gelassen werden, die Gefahr von einem Auto getötet zu werden ist für alle Rehe gleich groß, betont Schulte-Derne. „Die Chance von einem Auto erfasst zu werden ist für ein Reh größer, als geschossen zu werden. Jedes Jahr werden mehr als 1000 Rehe im Kreis Soest totgefahren.“

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