Stadtführung mit Konsumkritik in Soest
Lydia Hürmann (rechts) sprach unter anderem über den Weg, den eine Jeanshose von der Baumwollernte bis zum Kunden in Deutschland nimmt.

Lydia Hürmann, pädagogische Mitarbeiterin des Landschaftsinformationszentrums Wasser und Wald Möhnesee, begleitete die Gruppe auf ihren zweistündigen Stadtrundgang. Zu Beginn sollten die Teilnehmer schätzen, wie groß die Bevölkerung der einzelnen Kontinente ist und wie hoch das jeweilige Bruttoinlandsprodukt liegt. Daraus wurde ersichtlich, dass die Industrieländer für einen hohen Verbrauch der Ressourcen und der Güter der Erde stehen.

Dass es Alternativen beim Einkauf gibt, zeigte sich beim Besuch eines Fair-Fashion-Geschäfts. Dort werden neben Bekleidung und Textilien auch andere Waren angeboten, die ökologisch, fair und sozial unbedenklich produziert werden. Die Inhaberin des Geschäfts berichtete, dass sie ständig in Verbindung mit den Herstellern stehe, um die genannten Kriterien zu erfüllen. Sie vermutete, dass es mittlerweile ein Umdenken in der Gesellschaft gebe, da ihr Kundenstamm weiter wachse.

Am Beispiel einer Jeans machte Hürmann deutlich, dass die Hose von dem Baumwollfeld bis zum Verbraucher bei den unterschiedlichen Herstellungsschritten mehr als 45.000 Kilometer zurücklege und dabei mehr als 40.000 Liter Wasser benötige. Das sei aus der Perspektive des Umweltschutzes fragwürdig. Auch aus sozialer Sicht sei der Produktionsprozess bedenklich. In einem Geschäft für biologisch hergestellte Waren konnte sich die Herzfelder Gruppe von dem alternativen Angebot überzeugen. Die Vielzahl der Gütesiegel wurde ebenfalls angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass viele Label nichts oder nur wenig aussagen.

Die Teilnehmer bekamen von der Referentin eine Liste mit Nachhaltigkeits-Apps an die Hand – für künftiges bewusstes Einkaufen. An einem Apfel verdeutlichte Hürmann, dass nur ein Zweiunddreißigstel der Fläche der Erde landwirtschaftlich zur Produktion von Lebensmitteln genutzt werden kann. Die Referentin verabschiedete die Gruppe mit der Bitte, künftig bewusster einzukaufen.

Die Verantwortlichen der Herzfelder Kolpingsfamilie kündigten an, auch weiterhin Veranstaltungen zur ökologischen, fairen und sozial verträglichen Bewusstseinsbildung sowie zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ anzubieten.

Interessierte Verbraucher können die Liste mit den Nachhaltigkeits-Apps bei der Kolpingsfamilie Herzfeld anfordern: E-Mail an Heinz Strunk unter strunk-heinz@web.de.

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