Umnutzung des Denkmals ist genehmigt
Um in der „Alten Post“ eine Wohnung im Obergeschoss einzurichten, mussten unter Erhaltung der alten Eichenbalken und Beachtung der Gebäudestatik die Decken angehoben werden. Das Bild zeigt Eigentümer und Restaurator Dr. Meinolf Schultebraucks.

Die Eingänge werden vor und hinter dem Haus liegen. Nachdem sich eine Gastronomie in dem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert nicht realisieren ließ, sollen jetzt neue Wege zur Nutzung beschritten werden. Wann die beiden 100 Quadratmeter-Wohnungen bezogen werden können, ist noch nicht sicher. „Optimistisch“, so Schultebraucks, „wäre eine Fertigstellung noch in diesem Jahr. Realistisch ist, dass Schultebraucks die Bauarbeiten im Jahr 2019 abschließen kann.“

Der Vellinghauser, der die „Alte Post“ seit fünf Jahren mit größter Mühe zum historischen Detail handwerklich fachgerecht restauriert und renoviert, freut sich dabei über eine „ausgezeichnete und bürgerfreundliche Zusammenarbeit“ mit der zuständigen Kreisbaubehörde. So ist er auch gewiss, dass ein Mieter der „Alten Post“ hier auch ein kleines Geschäft oder ein Büro einrichten könnte. Dahingehend ließe sich die Baugenehmigung wohl problemlos erweitern. „Eine gewerbliche Nutzung wäre eine sinnvolle Ergänzung der Oestinghauser Geschäftswelt zwischen Gärtnerei Korff und dem Geschäftszentrum von Lötte und Aldi“, so der Eigentümer.

Um eine Wohnung im Obergeschoss einzurichten, mussten unter Erhaltung der alten Eichenbalken und Beachtung der Gebäudestatik die Decken angehoben werden. Weiterhin wurden aus Brandschutzgründen die beiden Fenster zum Nachbarhaus zugebaut. „Stattdessen wurde ein Flucht- und Rettungsfenster im Flur nach historischen Vorbild konstruiert. Somit kann der Balkon am Saalbau als früherer zweiter Rettungsweg nun abgebaut werden.“

Die Räume im Obergeschoss werden jetzt mit Elektro- und Wasser-Installation versehen und dann mit weichen Holzfaserplatten beplankt. Auch hier werden Wandflächenheizungen installiert, die später unter dem historischen Lehmputz verschwinden. Handgefertigt auf historischen Maschinen werden die nach historischem Vorbild geschreinerten zum Haus passenden Kastenfenster aus Lärchenholz, die im Obergeschoss eingebaut werden. „Die aus Innen- und Außenscheiben bestehenden Fenster bekommen original historische Beschläge wie Bascule-Schließen und eingestemmte Fensterträger, die so genannten Fitschen“, so Dr. Schultebraucks. Z

uschüsse für die Außenrenovierung der Gefache sind inzwischen genehmigt, so dass die Fassaden-Renovierung der West- und Nordseite starten konnte. Hier wird teils mit witterungsbeständigem Otterbeiner-Muschelkalk neu verputzt, drei Gefachflächen werden aber auch so wie früher belassen, um die Originalputze des Maurerhandwerks aus der Erbauungszeit sichtbar zu erhalten. Weiß gestrichen wird mit mineralischer Farbe, wobei die historischen Originalputze nochmals tiefengrundiert werden müssen, weil die alte gelbe Farbe zurzeit noch durchscheint.

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