Ungenutzte Brückenpfeiler abgerissen
Brückenpfeiler Heintrop

Die Brückenpfeiler des zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplanten, aber niemals realisierten Kanals zwischen Hamm-Schmehausen und Lippstadt werden abgerissen. Das hat das Bundesamt für Immobilienaufgaben (Bima) veranlasst. Warum das nach mehr als 70 Jahren Existenz der Pfeiler gerade jetzt passiert, das weiß auch Grundbesitzer Karl Heinz Schulte nicht.

Er berichtet, dass Mitarbeiter des Bima Ende des vergangenen Jahres für ihn überraschend nach Heintrop gekommen seien, um die Nachricht zu überbringen. Ihm wurde dabei zugesichert, dass seine Weide nach dem Abriss der beiden Brückenköpfe wieder in einwandfreien Zustand gebracht wird. So verrichtet jetzt der Bagger seine Arbeit, und die Brückenpfeiler werden schon bald der Vergangenheit angehören.

Der Lippe-Seitenkanal von Datteln nach Hamm endet in Schmehausen, etwa am heutigen Kraftwerk Westfalen. Die Planungen sahen vor, dass der Kanal von dort aus bis nach Lippstadt fortgesetzt werden sollte. In Hovestadt – etwa auf der halben Strecke nach Lippstadt – sollte sogar ein kleiner Hafen gebaut werden. Von dort war ein Abzweig des Kanals nach Soest geplant. Die Kanalbau-Ambitionen wurden nach einem Bericht von Heinrich Thomas in den Heimatblättern während des Zweiten Weltkriegs gestoppt.

Anfang der 1960er-Jahre wurden sie endgültig begraben. Auf der Plan-Linie des Kanals gibt es weitere Brückenpfeiler bei Vellinghausen, Hultrop, Oesterheide und Niederbauer. Das Bima war am Dienstag für Informationen über deren Verbleib nicht zu erreichen.

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