Unscheinbare Figur birgt ein Geheimnis
Die „weiße Frau im Nebel“ ist rechts über dem Krikedilienbogen von Haus Assen in Lippborg in Stein gehauen und verewigt.

Und genau diese Krikedilie, die „Weiße Frau im Nebel“, ist über dem zweiten Torbogen in Assen, dem so genannten „Krikediliebogen“ in Stein gehauen und verewigt. Im Buch „Lippesagen von der Mündung bis zur Quelle von Dirk Sondermann findet sich auch die Geschichte über die Krikedilie, die „weiße Frau vom Roxloh“. Es dreht sich um eine Assen-Gräfin aus Urzeiten, die der Überlieferung nach ihre Dienstboten nicht gut behandelte und sowohl mit der monetären Entlohnung wie auch mit den Deputaten und bei der Unterbringung allzu sehr geizte.

Wegen ihrer Ungerechtigkeit gegen Untergebene und wegen des großen Geizes ist sie laut der Sage seit ihrem Tode verflucht, ihr Gewissen treibt sie bei Vollmond als Geist in den Roxloh, wo sie als weißer Schatten ziellos umherirrt, ohne Ruhe zu finden. Und dabei nähert sie sich von Jahr zu Jahr einen Hahnenschritt ihrem einstigen Schloss. „Und erst wenn sie es erreicht hat nach vielleicht hundert mal hundert Jahren und das Schloss in sich zusammenfällt, dann wird die Krikedilie, die weiße Frau aus dem Nebel, endlich erlöst sein und ihren Frieden finden können.“

„Krikedilie“, so nennt der Volksmund auch eine kleine Waldkapelle, die im Roxloh versteckt nördlich neben dem Assenweg liegt. Die Josephs-Kapelle gehört zusammen mit der einen Kilometer weiter westlich gelegenen Böckenberg-Kapelle und der Ludgerus-Kapelle westlich von Lippborg zu den Stationen, die die Gläubigen auf Pilgerwegen rund um Haus Assen und der Lippborger Pfarrkirche St. Cornelius und Cyprianus zurücklegen.

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