Verbandstag: Landwirte reden Klartext
Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Kreisverbandes Soest begrüßte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser beim Verbandstag.

Mit NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser konnte Gastgeber Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Kreisverbandes Soest, einen Gast begrüßen, der in seinem Vortrag einige der im Saal von Landwirten geäußerten Sorgen aufnahm und Lösungsmöglichkeiten aufzeigte – sofern es sie denn gibt. Beispiel Tierhaltung: Hier erhitzt vor allem die Kastration von Ferkeln die Gemüter. Sie soll nicht länger ohne Betäubung der Tiere vorgenommen werden dürfen. Wie das gehen kann ohne die Landwirte zu gefährden, zum Beispiel durch das Einatmen von Gasen, ist eine der Fragen, die von der Politik derzeit noch nicht beantwortet werden können.

Beispiel Pflanzenschutz: Angesichts des Klimawandels werden Fruchtsorten gebraucht, denen extremeres Klima als bisher wenig anhaben kann. Die Forschung dafür werde aber durch gesetzliche Grenzen behindert, so die Klage aus der Landwirtschaft, weil auch genetische Veränderungen dabei eine Rolle spielen. Heinen-Esser sah das auch sehr kritisch und kündigte politische Initiativen an.

Beispiel Hilfen für Landwirte bei Ernteausfällen: Denkbar sind Versicherungen gegen solche Schäden oder steuerliche Hilfen, die betroffenen Landwirten vom Staat gewährt werden. Wenig verwunderlich hätten die Bauern lieber Letzteres, das wäre wahrscheinlich mit geringeren Kosten für sie verbunden. Die Ministerin wies darauf hin, dass die Finanzminister „sehr wenig Begeisterung“ für diese Option zeigen. Bei allen Problemen und Sorgen („Landwirtschaftlich war 2018 mit miesen Märkten, politischer Totenstarre und extremen Wetterlagen ein Desaster“) erinnerte Josef Lehmenkühler aber auch an „positive Entwicklungen“, die den Landwirten Mut machen sollten. So seien die Ferkelpreise bereits gestiegen, für die Milchpreise sei eine ähnliche Entwicklung absehbar, Rindfleisch bleibe ohnehin weiter gefragt, die Getreidepreise blieben stabil.

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