Weitere Helfer werden gebraucht
Informierten: (v. l.) Flüchtling Jack Vakili, Irene Freimark-Zeuch vom Arbeitskreis Asyl, Bianca Deichmann, Stephanie Fröhlich, Bürgermeister Matthias Lürbke und Hans-Albert Limbrock.

Zur Situation in der Gemeinde berichtete Bürgermeister Matthias Lürbke. Demnach sind derzeit in Lippetal 110 Männer, 60 Frauen und 31 Kinder unter sechs Jahren zu versorgen. Überwiegend erfolge die Unterbringung in Herzfeld, Lippborg und Oestinghausen. Die Gemeinde hat inzwischen mehrere ältere Gebäude aufgekauft und Wohnungen angemietet. Für den Lebensunterhalt wird Bargeld an die Flüchtlinge ausgezahlt.

Für die Betreuung der Wohnungen wurde von der Gemeinde ein Hausmeister eingestellt, für die Flüchtlinge selbst steht eine Sozialarbeiterin, die auch Arabisch spricht, in Teilzeit zur Verfügung. Hier strebe man aber eine Vollzeitstelle an, sagte Lürbke. In Lippetal werde es keine zentrale Aufnahmeeinrichtung geben, sagte der Bürgermeister weiter.

Die Gemeinde unterstütze nach Kräften, wobei die Erwartungshaltung der Flüchtlinge gelegentlich überzogen sei. In Lippetal werde schon jede Menge ehrenamtliche Hilfe geleistet, doch sei es notwendig, das weiter auszubauen. Das sei aber nur möglich, wenn es noch mehr Helfer gebe, sagte Bürgermeister Matthias Lürbke.

Sein Dank galt allen, die bisher schon die Flüchtlinge aus 26 Herkunftsländern unterstützen. Die meisten kamen aus den Staaten des Westbalkan (59), aus Syrien (34) und aus Schwarzafrika. Auch die Gemeinde wird im Herbst zu einer Informationsveranstaltung einladen.

Wer sich hinter der Initiative „Lippetaler für Flüchtlinge“ verbirgt und welche Aufgaben sie aktuell übernimmt, vermittelte die Gründerin der Gruppe, Bianca Deichmann aus Herzfeld. Ziel sei es, die in der Gemeinde ankommenden Menschen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl und der Gemeinde bestmöglich zu versorgen.

Irene Freimark-Zeuch berichtete aus dem Arbeitskreis Asyl, ehe Jack Vakili von seiner Flucht aus Afghanistan erzählte. Er schilderte in deutscher Sprache nicht nur die Strapazen der Flucht, sondern auch, dass er keine Angehörigen mehr habe, weil alle ermordet worden seien. Aus der Praxis der Flüchtlingsarbeit berichtete Stephanie Fröhlich. Sie erzählte, dass sie dabei viele neue Freunde gewonnen habe. Sie wünschte sich weitere Mitstreiter auch in ihrer Altersgruppe.

In der Versammlung wurde aber auch deutlich, dass Hilfe gezielt erfolgen sollte. Anhand ausgelegter Fragebögen konnten alle mitteilen, welche Unterstützung von wem geleistet werden kann. Näheres zu der Initiative im Internet auf www.lippetal-hilft.de.

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