50.000 Euro für Dienerinnen der Armen
Foto: Dienerinnen der Armen
Auch der von Schwester Petra aus Oelde gegründete indische Orden der Dienerinnen der Armen steht angesichts der Corona-Pandemie vor einer großen Herausforderung. Das Oelder Hilfswerk Schwester Petra hat daher 50 000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Das Foto zeigt Schwestern bei der Lebensmittelverteilung über die örtlichen Gemeinden in Indien.
Foto: Dienerinnen der Armen

Darüber berichtet Generaloberin Schwester Ernestina in einem Brief, den sie den Verantwortlichen des Hilfswerks Schwester Petra geschickt hat. Dessen Vorstand hat jetzt 50.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. 

Pandemie trifft vor allem die Ärmsten der Armen

Wieder einmal seien es die Ärmsten der Armen, die besonders unter der Situation zu leiden hätten, schreibt sie. Besonders hart treffe die Krise die vielen Familien, deren erwachsene Söhne vor dem Ausbruch der Pandemie als Wanderarbeiter im Norden Indiens oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten Geld verdient und damit die Familie unterstützt hätten. Ihr Job sei verloren gegangen, und sie hätten sich oft über hunderte Kilometer zu Fuß nach Hause durchschlagen müssen.

Die Schwestern mussten nach Angaben der Generaloberin mehrere eigene Schulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie Hostels schließen, in denen Kinder aus entlegenen Gebieten wohnen, damit sie eine Schule besuchen können. Trotzdem fühlen sich die Schwestern verpflichtet, ihren zivilen Lehrern zumindest einen Teil ihres Lohns zu zahlen.

Ernährungssituation ist prekär

In allen vier Ordensprovinzen betreiben die Schwestern Heime für Waisen, Menschen mit Behinderungen und alte Menschen. Oft hätten sie bisher Geld- und Lebensmittelspenden aus dem lokalen Umfeld bekommen, schreibt Schwester Ernestina. Dies habe sich drastisch gewandelt, sodass die Ernährungssituation für die Bewohner prekär sei. Für Bedürftige außerhalb der Heime geben die Ordensschwestern Essenspakete aus. Seitdem die Zahl der Infizierten in Indien gestiegen sei, sei es ihnen aber untersagt, Hausbesuche zu machen, berichtet die Generaloberin. Psychologische und palliative Versorgung seien daher nicht möglich.

Eine Herausforderung für den Orden sei auch, dass sich in den Provinzen Vimala und Amala „trotz Befolgung aller gebotenen Hygienemaßnahmen“ inzwischen auch einige Schwestern mit dem Corona-Virus infiziert hätten.

Finanzielle Unterstützung für Lebensmittelpakete

Die Verantwortlichen des Oelder Hilfswerks Schwester Petra haben auf das Schreiben der Generaloberin im Rahmen der Jahreshauptversammlung reagiert und nach eigenen Angaben die besagte Summe von 50.000 Euro als Unterstützung zur Verfügung gestellt. Ein Großteil des Geldes werde für Lebensmittelpakete für Bedürftige verwendet, teilt das Hilfswerk mit.

SOCIAL BOOKMARKS