Bäckerei Großerode im Insolvenzverfahren
Bild: Hahn
Den Erhalt der meisten Arbeitsplätze und eine Sanierung in Eigenverwaltung strebt die insolvente Oelder Bäckerei Großerode an.
Bild: Hahn

Großerode strebt so den Erhalt „der überwiegenden Anzahl der Arbeitsplätze“ an.

Wie Budnik, Fachanwalt für Insolvenzrecht von der Kanzlei AndresPartner, auf Anfrage der „Glocke“ mitteilt, hat das Amtsgericht Münster am 29. Oktober das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Großerode GmbH eröffnet, die Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Stefan Meyer als Sachwalter eingesetzt. Damit bleibe die Leitung des Unternehmens in den Händen der Geschäftsführung. Der Geschäftsbetrieb werde „vollumfänglich“ fortgeführt, die Kunden erhielten „die gesamte Produktpalette in gewohnter Qualität“.

„Mit dem jetzt vorliegenden richterlichen Beschluss haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Restrukturierung der Bäckerei gesetzt“, sagt Geschäftsführer Martin Großerhode. Das Ziel der Bemühungen sei aber noch nicht erreicht. „Wir sind zuversichtlich, das Traditionsunternehmen mit Hilfe aller Beteiligten für die Zukunft wieder ertragreich aufstellen zu können“, betont Andreas Budnik, der das Oelder Unternehmen mit seinem Team in der Eigenverwaltung eng begleitet.

Mit dem Eröffnen des Verfahrens endet die Insolvenzgeldzahlung. Die Bäckerei müsse die Löhne und Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter nun wieder aus eigener Kraft erwirtschaften, heißt es in der Pressemitteilung. Die Planungen zeigten, dass dies sichergestellt sei. Das Unternehmen solle durch einen Insolvenzplan – mit einem zugrunde liegenden betriebswirtschaftlichen Sanierungsplan – möglichst schnell wieder restrukturiert aus dem Verfahren entlassen werden. Der Insolvenzplan sei in Arbeit und werde in den nächsten Wochen beim Amtsgericht Münster eingereicht.

Die Großerode GmbH hatte zum Start des Verfahrens im August mit 107 Arbeitnehmern 14 Bäckereifilialen mit teilweise angeschlossenen Cafés betrieben - in Oelde, Beckum, Ahlen, Herzebrock, Rheda-Wiedenbrück, Beelen, Sendenhorst und Warendorf. Derzeit sind 84 Mitarbeiter in 12 Bäckereifilialen für das Unternehmen tätig.

Die Firma hatte am 8. August beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt und „die bereits begonnene Sanierung mit Hilfe eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens fortgesetzt“. Das Unternehmen habe sich angesichts „der Konkurrenzsituation im Bäckereisegment“ einer Krise befunden. Der Ursprung des Unternehmens liegt im Jahr 1905.

SOCIAL BOOKMARKS