Baumfalke und Uhu stoppen Windkraftpläne
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Zu dunkle Wolken sind mit den ersten Ergebnissen des Artenschutzgutachtens über den Windkraftplänen der Bürger Wind Lette GbR aufgezogen. Wegen des Vorkommens von Baumfalken, Uhus und Rohrweihen (v. l.) in den Suchgebieten stoppen die Gesellschafter weitere Planungen.
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Diese Entscheidung gaben die Gesellschafter am Dienstag bekannt. Die drei gefundenen Arten ständen „dem Vorhaben, klimafreundlichen Strom durch Windanlage zu erzeugen, derzeit entgegen“, heißt es seitens der GbR. In der vergangenen Woche habe ihnen der mit der artenschutzrechtlichen Untersuchung der Gebiete beauftragte Ornithologe diesen Befund mitgeteilt. Noch ausstehende Untersuchungen zum Vorkommen von Fledermäusen in den Suchgebieten, die ab August hätten durchgeführt werden sollen, seien nicht mehr erforderlich. Die drei genannten Arten seien durch Nestfunde bestätigt, sagte Robert Reminghorst, einer der Sprecher der Gesellschafter, der „Glocke“. Die GbR betont, dass sie sich ihrer Verantwortung stelle. Der ohnehin schon beeinträchtigte Lebensraum dieser geschützten Arten solle nicht durch den Bau von Windenergieanlagen weiter eingeschränkt werden. Die Entscheidung zum Abbruch aller Planungen hätten die 17 Gesellschafter einstimmig getroffen, erklärte Reminghorst. Gegründet hatte sich die Gesellschaft Ende Januar 2013. Sie war mit dem Gutachten auf eigenes Risiko in finanzielle Vorleistung getreten. Dass die Ergebnisse der Untersuchung nun vorliegen, bewerten die Gesellschafter Reminghorst zufolge als positiv – auch wenn sie ein anderes Ergebnis lieber gesehen hätten. So hätten „die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Dorfes keine Grundlage mehr“.

Bürgerinitiative überrascht

Die Bürgerinitiative Gegenwind Lette, die unter anderem mit einer Unterschriftenaktion gegen die Windkraftanlagen gekämpft hatte, wurde von der Entscheidung völlig überrascht. „Ich finde es wunderbar“, sagte eine ihrer Sprecherinnen, Anne Nordhus, in einer ersten Reaktion. Sie hoffe nun, dass die teils schwer gestörten Beziehungen zwischen einigen Nachbarn sich wieder verbesserten. Es werde aber dauern, bis Wunden verheilt seien. Für Oeldes Stadtbaurat Matthias Abel hat sich mit dem Untersuchungsergebnis bestätigt, dass der in Lette entstandene Unfrieden nicht hätte entstehen müssen, hätte man das Artenschutzgutachten abgewartet.

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