Bewährungsstrafe für Prügelattacke
Symbolbild: dpa
Für eine Prügelattacke gegen eine Bekannte hat ein 39-jähriger Stromberger eine Bewährungsstrafe erhalten.
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Die Frau trug bei dem Geschehen im November vergangenen Jahres Prellungen und Schürfwunden davon. Der Angeklagte gestand am Mittwoch die Tat. Er beschrieb, wieder ein freundschaftliches Verhältnis zu der Geschädigten zu haben. Er habe sich im vergangenen Jahr in sie verliebt. Die Frau habe seine Gefühle jedoch nicht erwidert. In der Tatnacht sei es in einer Gaststätte in Stromberg zur Auseinandersetzung zwischen den beiden gekommen. Das bestätigte die als Zeugin geladene 36-Jährige. „Wir hatten beide Alkohol getrunken, und ich habe mit zwei Mädels gesprochen und ihm dabei den Rücken zugedreht.“ Das, so vermutete sie, habe den Angeklagten wütend gemacht. Ein klärendes Gespräch sei gescheitert. „Ich habe ihn weggestoßen und bin gegangen. Auf der Straße hat er mich von hinten geschubst. Ich bin gefallen und er hat mich getreten. Am Kopf, an der Brust und an den Armen“, erklärte sie. Außerdem habe er sie beschimpft. Es sei ihr schließlich gelungen, zurück in die Gaststätte zu rennen.

Angeklagter: „Es war ein Blackout“

Der Angeklagte konnte sein Verhalten nicht erklären. „Es war ein Blackout. Ich habe vorher nie eine Frau geschlagen“, sagte er. Seit der Tat trinke er keinen Alkohol mehr, außerdem habe er wegen seiner Methadon-Abhängigkeit eine Entgiftung gemacht. Aufgrund mehrerer Vergehen und Verurteilungen seit 1993 sowie zwei laufenden Bewährungsstrafen forderte die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung. Die Richterin urteilte jedoch milder und verurteilte den 39-Jährigen zu fünf Monaten Freiheitsstrafe, die sie zur Bewährung aussetzte, sowie zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Dazu veranlasst habe sie unter anderem, dass die Geschädigte ihre Anklage bereits nach zwei Tagen zurücknehmen wollte, wie sie zuvor berichtet hatte. Zudem habe der Angeklagte gestanden, und die Tat entspreche nicht der für ihn bisher typischen Betäubungsmittelkriminalität. „Sie haben eine Wohnung, Arbeit in Aussicht, einen Hund und Freunde, die ihnen etwas bedeuten. Es wäre sehr schade, wenn das nicht klappt“, sagte die Richterin. Die Staatsanwaltschaft hielt sich offen, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

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