Brinkhaus: Heimat gibt Menschen Sicherheit
Bild: Ostermann
Ralph Brinkhaus, Unionsfraktionschef im Deutschen Bundestag, sprach am Mittwochabend auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung im Oelder Bürgerhaus. Er referierte über den Föderalismus und die Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung.
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Eingeladen hatte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Verbindung mit dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker (Westkirchen).

Im voll besetzten Saal machte der neue mächtige Mann der Unionsfraktion deutlich, dass der durch Digitalisierung, Globalisierung und Zuwanderung geprägte rasante Wandel die Menschen verunsichere – trotz guter wirtschaftlicher Lage. Das schlage sich dann beispielsweise auch im Wahlverhalten vieler Deutschen nieder. Ziel der politisch Handelnden müsse es sein, die Bürger auf Basis einer werteorientierten Politik stark genug für künftige Herausforderungen zu machen, betonte Brinkhaus.

Werte, an denen es sich zu orientieren gelte und für die insbesondere die Union stehe, seien außer der Menschenwürde die Eigenverantwortung, die Freiheit und die Solidarität. Der 50-Jährige hob hervor, dass in diesem Zusammenhang auch das Thema Heimat wichtig sei: „Es ist etwas Kleineres, an dem man sich festhalten kann und das Sicherheit gibt in einer globalisierten Welt.“

Dem kommt nach Brinkhaus` Überzeugung auch der föderale Aufbau der Bundesrepublik entgegen. Bundesländer stifteten Identität und garantierten zudem eine kulturelle Vielfalt - etwa bei Opern und Theatern. Im Zentralstaat Frankreich sei das ganz anders. Dort sei alles Richtung Paris ausgerichtet. Brinkhaus: „Ob die Franzosen damit immer gut gefahren sind, daran habe ich meine Zweifel.“

Doch der Föderalismus hat auch seine Tücken, daran lässt der Redner in seinem kurzweiligen Vortrag keinen Zweifel. So wünschenswert es sei, dass der Bund in Sachen Bildung - eine klassische Länderaufgabe - mehr Verantwortung übernehme, so klar müsse auch sein, dass eine staatliche Ebene den Hut aufhabe. „Sonst spielen die sich die Bälle zu, aber keiner trifft notwendige Entscheidungen“, ist der Rheda-Wiedenbrücker überzeugt. Also: „Die Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein.“

Die Gäste erleben an diesem Abend einen Fraktionschef zum Anfassen, der in der anschließenden Diskussionsrunde keiner Frage aus dem Weg geht und sich sachkundig in vielen politischen Themenfeldern zeigt. Als Gegenspieler der Kanzlerin tritt der gebürtige Mastholter in Oelde nicht auf. Im Gegenteil: Er lobt, dass Angela Merkel das Ausbalancieren verschiedenster Interessen auf nationaler wie auf internationaler Ebene gut hinbekommen habe. Brinkhaus: „Ich bin mir sicher: Wenn sie mal weg ist, dann werden viele sie vermissen.“

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