Bühne frei für Colorados und Artisten
Bild: Hahn
Gemeinsam wollen die Artisten des Zirkus Trumpf und die Colorados-Revival-Band Ende November auftreten. Das Bild zeigt (v. l.) Samyel und seinen Vater Silvano Trumpf, die Colorados-Bandmitglieder Richy Brüggenkamp und Hübi Lückemeier sowie Sabrina Trumpf vor dem Pferch mit Zirkusesel Edgar.
Bild: Hahn

Die beiden Musiker sorgen nicht nur mit ihrem Vorhaben, ein Benefizkonzert für die in Not geratene Zirkusfamilie zu veranstalten, für eine gelöste Stimmung. 

Die Mitglieder des nach dem Herbststurm Anfang der vergangenen Woche in Oelde gestrandeten Zirkus haben die Aufmunterung weiter dringend nötig. Ilona Brumbach-Trumpf und ihr Sohn Silvano waren am Morgen erneut rund um Oelde unterwegs, um ein Winterquartier zu finden – noch ohne Erfolg. Als sie bei ihrer Rückkehr die beiden Mitglieder der „Boyband im besten Alter“ (Brüggenkamp) antreffen, hellen sich ihre Mienen deutlich auf. Denn die Colorados werden bei der Jubiläumsparty der Band im Ulithi am Samstag, 30. November, 21 Uhr, für den Zirkus spielen. „Der Eintritt ist dann frei“, erklärt Richy Brüggenkamp. Doch die Band werde die Konzertbesucher vor der Bühne „sehr deutlich“ um eine Spende bitten.

 Für Silvano Trumpf steht fest: Die Artisten werden die Oelder Rocker auf der Bühne unterstützen, wenn diese sich mit den Hits der 60er- und 70er-Jahre für seinen Zirkus ins Zeug legen. Testweise balanciert er am Montag Brüggenkamps Gitarre auf der Kinnspitze. Denn natürlich treten die Mitglieder der Zirkusfamilie am liebsten auf, wollen alles andere, als in der Notlage die Hände in den Schoß legen. „Bis zum Ende der Winterpause im März können uns Firmen, Schulen oder Privatleute für individuelle Auftritte buchen“, sagt Trumpf.

Sie beide verbänden „die besten Kindheitserinnerungen“ mit dem Zirkus, erklärt Lückemeier. Offenbar sehen das nicht alle so. Ilona Brumbach-Trumpf berichtet, just habe man ihre Anfrage für ein Winterquartier abgelehnt, wegen „schlechter Erfahrungen mit dem Zirkus“. Ihre Anforderungen an einen Platz seien nicht hoch, sagt sie: Sie benötigten auch keinen Stall, da sie ein kleines winterfestes Zelt für die Tiere hätten. Ein fester Untergrund sei wichtiger. Die Anteilnahme der Bürger sei weiterhin überwältigend, sagt Sabrina Trumpf dankbar. Noch am Morgen sei ihnen wieder Heu angeboten worden.

Vor einer Woche war kurz vor der letzten Vorstellung in Oelde das Zirkuszelt im Sturm zerrissen („Die Glocke“ berichtete).

Aufführungen für 2014 bereits jetzt buchen

Auch der Oelder Arzt Dr. Jörg Hennig legt sich weiterhin für die Zirkusfamilie Trumpf ins Zeug. Über seine Internetseite sucht er Geldspender, bietet gemeinsam mit Dr. Silke Frühmorgen in seiner Praxis medizinische Leistungen gegen Spenden an und hilft dem Zirkus bei der Suche nach einem Winterquartier oder Übergangsplatz.

 Für eine weitere Idee sucht er Unterstützer: Gemeinsam mit dem Zirkus könnten schon jetzt Aufführungen für 2014 gebucht werden. Damit möchte er Familien, vor allem aber Unternehmen oder Institutionen wie Schulen und Kindergärten ansprechen. Das dabei eingenommene Geld könnte der Zirkus jetzt nutzen, um das dringend benötigte Zirkuszelt gebraucht zu erwerben.

Informationen erhalten Interessierte unter www.dr-hennig.info/spendenaktion.

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