Christian Berkel spricht über sein Buch
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Zu einer Lesung aus seinem Roman „Der Apfelbaum“ kommt Christian Berkel, Autor und Schauspieler, am Samstag, 1. Februar, ins Oelder Thomas-Morus-Gymnasium. Im Interview spricht er unter anderem über seine Familiengeschichte und über Rassismus in Deutschland.

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 In „Der Apfelbaum“ geht es unter anderem um Berkels Mutter Sala, die als Jüdin vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Am Samstag, 1. Februar, liest der Autor und Schauspieler auf Einladung der Stadtbücherei und der Familienbildungsstätte in Oelde im Thomas-Morus-Gymnasium. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, es gibt noch Karten an der Abendkasse, die um 17.30 Uhr öffnet.

Roman verbindet Fiktion und Biografie

„Die Glocke“: „Der Apfelbaum“ ist eine Mischung aus Biografischem und Fiktivem. Warum haben Sie sich für diese Form entschieden? Warum ist Ihnen Ihre heutige Perspektive darin so wichtig?

Christian Berkel: Mir war relativ schnell klar, dass ich nicht die 100 000. Geschichte vom Holocaust aus der damaligen Perspektive erzählen wollte. Vielmehr wollte ich beschreiben, was diese Geschichte mit uns heute macht, welchen starken Einfluss sie noch auf unsere Biografien heute hat. Entscheidend für mich ist, was Geschichte mit uns persönlich macht, wie stark die Bezüge bis in die heutige Zeit sind.

„Die Glocke“: Wie sind Sie vorgegangen, wenn Sie Szenen geschrieben haben, die fiktiv sind?

Berkel: Das Einfache und zugleich das Komplizierte war, dass es einen erzählerischen Rahmen gab, der historisch stimmig war. Wer von den Personen wann und wo war, zum Beispiel in welchem Lager, das stand fest. Aber was dort im Einzelnen passiert ist, ist insofern fiktiv, als dass meine Eltern – wie viele andere auch in ihrer Generation – darüber geschwiegen haben. Diese Dinge musste ich recherchieren. Sie sind historisch gut dokumentiert, zum Beispiel, wie so ein Lageralltag ausgesehen hat.

„Im Schreiben begegnen wir uns selbst“

„Die Glocke“: Was gibt Ihnen das Schreiben unabhängig von der Aufarbeitung der Geschichte? Berkel: Ich habe mich mein ganzes Leben stark zur Literatur hingezogen gefühlt und mich immer mit dem Schreiben beschäftigt, habe auch ein Drehbuchstudium gemacht. Was gibt es mir? Eine schwierige Frage. Ich könnte eher sagen, was mir Literatur bedeutet und was ich daher auch anderen geben möchte. Jedes Lesen ist nicht in erster Linie die Begegnung mit jemand anderem, sondern im Lesen begegnen wir immer uns selbst. So ist es auch mit dem Schreiben.

Das weitere Gespräch mit Christian Berkel, unter anderem darüber, für wie gefährlich er Antisemitismus und Rassismus aktuell in Deutschland hält, lesen Sie am Freitag, 31. Januar, in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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