Dauerarrest für falsche Facebook-Anklage
Vier junge Menschen aus Oelde und Stromberg mussten sich am Montag vor dem Jugendschöffengericht in Ahlen verantworten.

Er sprach am Montag von einer „Bodenlosigkeit erster Güte“ und bescheinigte der Schülerin „unfassbaren Erziehungsbedarf“. Die 15-Jährige geht wegen Anstiftung zur Körperverletzung für eine Woche in Dauerarrest und muss 60 Stunden Sozialdienst leisten. Eine 16-jährige Schülerin und ihr gleichaltriger Freund sind mit einer Einstellung des Verfahrens und 30 beziehungsweise 50 abzuleistenden Sozialstunden mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Freund hatte zudem schon Schmerzensgeld gezahlt. Ein 20-jähriger berufstätiger Oelder wurde zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und elf Monaten ausgesetzt für zwei Jahre zur Bewährung sowie einer Gesamtgeldstrafe von 1500 Euro (800 Euro Schmerzensgeld für das Opfer, 700 Euro für einen gemeinnützigen Verein) verurteilt, weil er öfter zugeschlagen hatte als sein Freund und bereits im Januar 2013 wegen anderer Delikte verurteilt worden war.

Jugendlichen in Park gelockt

Die 15-jährige Schülerin war nach Auffassung von Staatsanwaltschaft und Vorsitzendem Richter verantwortlich dafür, dass ein 16-jähriger Schüler durch einen Anruf des mitangeklagten Mädchens (16) in einen Park in Oelde gelockt wurde, um ihm eine Abreibung zu verpassen. Die 15-Jährige hatte einige Zeit zuvor mit dem 16-jährigen Opfer geschlafen. Später behauptete sie über Facebook und persönlich gegenüber den Mitangeklagten, sie sei mit Gewalt zum Sex gezwungen worden. Zudem soll sie gesagt haben, „der brauche einmal eins aufs Maul“. Davon wollte sie aber vor Gericht nichts mehr wissen. Sie stellte klar, dass sie zwar gegen ihren Willen ausgezogen worden sei, später aber freiwillig mitgemacht habe. Keinesfalls hätte sie den Angriff im Park initiiert, geschweige denn davon gewusst. Das glaubten ihr weder Richter noch Staatsanwalt. Die zwei mitangeklagten, damals stark alkoholisierten Schüler haben eingeräumt, das Opfer mit Faustschlägen und Tritten traktiert zu haben. Drei Tage musste der Jugendliche wegen eines Schädel-Hirn-Traumas ersten Grades, Schürfverletzungen und Prellungen im Gesicht im Krankenhaus liegen.

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