Dorfschule bekommt innere Werte
Bild: Reimann
Am Freitag soll am Gerüst der alten Dorfschule in Stromberg ein Banner aufgehängt werden, das das Projekt beschreibt, und eine Skizze darauf zeigt, wie das Gebäude in wenigen Monaten aussehen wird.
Bild: Reimann

In exponierter Lage an der Hangkante in Stromberg, in umittelbarer Nachbarschaft zur Karl-Wagenfeld-Schule, liegt die alte Dorfschule, die im Frühjahr 2013 zum neuen Firmensitz des Ingenieur- und Architekturbüros Kranz engineering werden soll („Die Glocke“ berichtete). Da sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich vergrößert hat, ist der Platz in dem Gebäude an der Straße Im Nebel zu beengt. 16 bis 18 Arbeitsplätze werden auf den gut 400 Quadratmetern entstehen.

 „Sanierung und Weiterdenken statt Abriss“ lautet die Devise von Hilde und Thomas Kranz. Ein historisches Gebäude zu sanieren und es gestalterisch mit modernen Elementen in die heutige Zeit zu übersetzen, hat sich das Architektenehepaar auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend wird der linke Flügel, der 1890 als Einraumschule mit darüber liegender Lehrerwohnung entstand, seine Besonderheiten vor allem im Inneren haben.

 Eine geschlossene, mehr als 1,5 Tonnen schwere Stahltreppe, die in dieser Woche durch das geöffnete Dach mit einem Kran hineingehoben wurde, gehört genauso dazu wie ein neues Tragwerk. Durch einen Stahlrahmen soll das Dachgeschoss ohne störende Stützen besser genutzt werden. Die Planer verringern dazu die Raumhöhe im ersten Obergeschoss – in der ehemaligen Lehrerwohnung – auf 2,70 Meter und erhalten durch die Absenkung darüber einen gut nutzbaren Raum im Dachgeschoss für die Statikabteilung. Die Konstruktionsabteilung wird durch eine Galerie zum Dachraum geöffnet. Der rechte Teil des Gebäudes, der 1911 entstand, wird anstelle des Walmdachs einen Atelierraum tragen.

 LED-Lichttechnik und eine Erdwärmeanlage mit Wandheizung sind nur zwei moderne Errungenschaften, die in dem alten Haus zum Einsatz kommen und es zu einem hochwertigen Bürogebäude machen, zu einem Gebäude, das seine Vergangenheit nicht verbergen soll. Alte Mauerwerkstrukturen und Kappendecken werden sichtbar durch neues Stahltragwerk verstärkt. Alt und Neu stehen so im Einklang in dem Gebäude am Wiedenbrücker Tor.

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