Ernteeinbußen durch Frost im Februar
Bild: Frielinghaus
Der Unterschied ist deutlich zu erkennen: Hubert Lütke Dörhoff, Ortslandwirt von Oelde (v. l.), zeigt gesunde und Burkhard Linneweber, Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer NRW, verfrorene Getreidepflanzen.
Bild: Frielinghaus

 „Durch den milden Herbst und Winter bis einschließlich Januar konnten die Getreidepflanzen gut wachsen und haben keine schützende Winterruhe entwickelt“, erklärte Burkhard Linneweber, Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer NRW. Der sogenannte Kahlfrost mit bis zu minus 20 Grad und kaltem Ostwind ab Anfang Februar habe den Pflanzen, die sich zu diesem Zeitpunkt schon im beginnenden Längenwachstum befanden, sehr geschadet, sagte Linneweber. Eine Schneeschicht von 1 bis 2 Zentimetern hätte ausgereicht, um das Schlimmste zu verhindern. Schnee gelte als guter Schutz der Pflanzen vor Frost. Zu Erkennen sei eine verfrorene Pflanze an der gelben Verfärbung der Pflanzenblätter, an den verfaulten Wurzeln und im Endstadium des kompletten Absterbens. Besonders stark von Frostschäden betroffen seien Wintergerste und Winterweizen, teilt Hubert Lütke Dörhoff, Ortslandwirt von Oelde, mit. Andere Getreidesorten, wie Roggen oder Triticale, hätten den Frost gut überstanden. Dies liege daran, dass sie relativ winterhart seien, erklärt der Pflanzenschutzberater. Burkhard Linneweber und Hubert Lütke Dörhoff erwarten für Oelde bei der Wintergerste 30 Prozent und beim Winterweizen 10 Prozent Totalausfall mit Umbruch. Für die übrigen Getreideschläge sind Mindererträge zu erwarten. Für den Ortslandwirt und seine Berufsgenossen aus Oelde bedeutet dies einen zusätzlichen Arbeitsaufwand und hohe Zusatzkosten von ungefähr 700 Euro pro Hektar. Denn die verfrorenen Flächen müssen nun umgebrochen werden. „Die kaputten Flächen werden umgegrubbert und mit Sommergerste bepflanzt“, erklärt der Landwirt das Vorgehen. Mittelfristig zeichneten sich steigende Getreidepreise, hohe Futterkosten bei den Betrieben und Schwierigkeiten bei der Ernte ab, denn viele Flächen sähen aus wie Flickenteppiche, da nur Teile der Flächen umgebrochen wurden, erläutern Burkhard Linneweber und Hubert Lütke Dörhoff das Problem.

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