Freiwilligkeit und Baumfotos im Internet
Symbolbild: Hahn
Dass viele Oelder die Säge ansetzen, sobald die Baumschutzsatzung gemäß dem getroffenen Ratsbeschluss nicht mehr gilt, befürchtet die Fraktion der Grünen.
Symbolbild: Hahn

Ihr Ziel: ein Baumverzeichnis sowie eine freiwillige Richtlinie. Über diese soll der Rat am Montag beraten. Die Grünen wollen den befürchteten Kahlschlag in Oelder Gärten verhindern. Dies soll mit einer „freiwilligen Baumerhaltungsrichtlinie“ gelingen, die für Bäume auf öffentlichen wie privaten Flächen im Stadtgebiet gelten soll. Stünden Entscheidungen über Fällungen von Bäumen einer festgesetzten Größe an, müsse der Erhalt das Ziel sein. Der Fraktion zufolge sollen die Entscheidungen nach Maßgabe der Richtlinie getroffen werden und Ausgleichspflanzungen die Regel sein. Parallel zu diesen politischen Bestrebungen wollen die Grünen auch die Oelder Bürger einbinden. Marita Brormann teilte der „Glocke“ mit, dass in Kürze eine neue Internetseite freigeschaltet werde. Diese beinhalte eine interaktive Karte, in der schützenswerte Bäume eingetragen werden können. Die Oelder sollen aufgerufen werden, Bäume zu fotografieren und die entstandenen Bilder mit den Standorten auf der Karte zu verknüpfen. Marita Brormann, Vorsitzende des Umweltausschusses, hatte in vorangegangenen Beratungen mit Verweis auf Erfahrungen aus Lippstadt vor einer Aufhebung der Schutzsatzung gewarnt. Auch die Stadt Soest hatte im Jahr 2000 die eigene Baumschutzsatzung infrage gestellt, dann aber mit Blick auf das Geschehen in Lippstadt daran festgehalten. In einer Darstellung des damaligen Soester Stadtbaurats heißt es: „In den ersten Wochen nach der Aufhebung sind nach Aussagen des Grünflächenamtes der Stadt Lippstadt sehr viele Bäume gefällt worden. Hierbei handelt es sich zum überwiegenden Teil um alte Bäume, die das Stadtbild in erheblichem Maße geprägt haben.“ Jahrelange Bemühungen zur Erhaltung einzelner Bäume seien „innerhalb von Stunden zunichte gemacht“ worden.

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