Für Traum gibt Ehepaar vieles auf
Jürgen Gedwien hat schon viele Länder bereist. Gemeinsam mit seiner Frau Andrea und den beiden Dackeln Bernhard und Jule ist er seit Juni mit dem Wohnmobil quer durch Europa unterwegs.

 Deshalb wagten sie einen großen Schritt und gaben vieles auf.  In seinem Heimatort Stromberg hatte das Ehepaar Gedwien ein 200 Quadratmeter großes Haus und gute Jobs. Der 50-jährige Familienvater war Leiter der Produktionsplanung in einem holzverarbeitenden Betrieb, seine Frau Andrea war in einer Arztpraxis tätig. Als ihre beiden Töchter ein Jahr lang in den USA zur Schule gingen, reifte bei Andrea und Jürgen Gedwien der Traum, sich auf und davon zu machen, weit weg von zu Hause zu sein.

Beide fassten einen mutigen Entschluss: Sie kündigten ihre Jobs, verkauften ihr Haus und einen Großteil ihres Hab und Guts und behielten nur das Nötigste. Das Haus war nach dem Auszug der Töchter für die beiden Eheleute zu groß, eine Einlagerung der Möbel zu teuer. „Gibt man alles ab, Arbeit und Luxus – auch nur für eine gewisse Zeit – merkt man erst, mit welch einfachen Mitteln man glücklich leben kann“, erklärt die 47-jährige Andrea Gedwien. Wenn beide nächstes Jahr zurückkehren, wollen sie eine Wohnung mieten.

Als der Entschluss feststand, vorerst ein Jahr lang Deutschland zu verlassen, war das für die beiden Töchter eine Überraschung. Nur eine war auf Anhieb begeistert. „Meine ältere Tochter liebt das Landleben und fand es sehr schade, dass wir das Haus verkaufen wollten. Sie studiert in Tübingen und ist sehr selten hier. Meine jüngere Tochter fand die Idee gut, sie will nach dem Abitur in den USA studieren“, erklärt Andrea Gedwien.

Anfang Juni, nachdem ihre heute 22-jährige ältere Tochter ihr Abitur gefeiert hatte, hieß es dann, Abschied zu nehmen. Nur die beiden Dackel Bernhard und Jule durften mit.

Für die Reise seines Lebens muss das Ehepaar aus Stromberg auf vieles verzichten. Die beiden haben kein fließendes warmes Wasser und keine Waschmaschine. Sie bleiben nur eine Nacht am gleichen Ort und müssen jeden Abend nach einem geeigneten Stellplatz suchen. Diesen Preis zahlen Andrea und Jürgen Gedwien aber gern. „Ich habe mir schon des Öfteren gewünscht, zu Hause auf der Couch zu sitzen“, gesteht Andrea Gedwien. „Aber eigentlich möchte ich es gar nicht anders haben“, erklärt sie.

Mehr über die Reise von Andrea und Jürgen Gedwien aus Stromberg lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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