Hehlerei: Drogensüchtiger muss in Haft
Ein 23-jähriger Oelder ist vom Warendorfer Amtsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Es müsse ihm klar gewesen sein, dass die Ware nicht astrein gewesen sein könne, machte die Richterin am Montag dem Angeklagten in der Verhandlung deutlich. Anders sei schließlich der Preisnachlass nicht zu erklären. Dies bestätigte der Oelder. Er habe den Tabak weiterverkaufen wollen, um mit dem Erlös Drogen kaufen zu können. „Der Angeklagte ist ein Suchtbolzen durch und durch“, sagte die Bewährungshelferin. Sie machte in ihrem Bericht keinen Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit dem Oelder in den vergangenen Monaten nicht leicht gewesen sei. „Mit Mitteln der Bewährungshilfe ist er nicht zu erreichen. Das war permanente Feuerwehrarbeit.“ Sie berichtete dem Gericht auch davon, dass der Angeklagte nach seiner Haftentlassung im Januar 2013 immer wieder Entgiftungen und Therapien begonnen, aber auch wieder abgebrochen habe: „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Zeit seit der Haftentlassung.“ Die Drogen seien bei dem Oelder ein großes Thema, zeigte sie sich überzeugt. Derzeit sei der Angeklagte für eine ambulante Therapie nicht stabil genug, sagte die Bewährungshelferin. „Er steht sich häufig selbst im Weg.“

Das Leben in den Griff bekommen

Gemeinsam mit seinem Verteidiger schilderte der Oelder dem Gericht seine Sicht der Dinge. Er habe eine neue Wohnung und einen Arbeitsplatz gefunden. „Ich bin endlich dabei, mein Leben in den Griff zu bekommen.“ Die Anstrengungen würdigte das Gericht. Dennoch sehe sie wegen des katastrophalen Bewährungsverlaufs, über den die Bewährungshelferin berichtet hatte, keinen Raum für eine erneute Bewährungsstrafe, machte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung deutlich. Eine Therapie sei aber sinnvoll. Mit dem Urteil baue sie dem Oelder eine Brücke dahin. „Ob Sie darübergehen, bleibt Ihnen überlassen“, gab sie dem Angeklagten mit auf den Weg.

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