Inseln bieten Kiebitzen Schutz
Bild: Engelbrecht
Mit dem Förderprogramm „Sympathieträger Kiebitz“ entwickelt der Naturschutzbund (Nabu) Maßnahmen für den Schutz der gefährdeten Vogelart. Mitarbeiter Kristian Lilje (v. l.) verschaffte sich bei den Oelder Landwirten Christoph Erdland und Matthias Quibeldey einen Überblick über den Brutbestand. Markiert werden die Nester mit jeweils zwei Pfählen (rechts zu sehen).
Bild: Engelbrecht

Die Hoffnung auf viele Küken, die flügge werden und bald neue Nachkommen zeugen, ist groß.

Vogelart ist stark gefährdet

Der Kiebitz ist stark gefährdet. „Von 1992 bis 2016 ist der deutsche Bestand um 88 Prozent zurückgegangen“, berichtet Kristian Lilje von der Naturschutzstation Münsterland des Naturschutzbundes (Nabu). Setze sich die Entwicklung fort, sei davon auszugehen, dass die Art zwischen 2030 und 2040 ausgestorben sei.

Förderprogramm erarbeitet Schutzmaßnahmen

Um dem entgegenzuwirken, hat der Nabu 2014 das Förderprogramm „Sympathieträger Kiebitz“ im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ ins Leben gerufen, durch das Maßnahmen zum Schutz erarbeitet und erprobt werden – und zwar mit Hilfe von Landwirten. Zwei davon sind Matthias Quibeldey und Christoph Erdland. Die Oelder haben für die Kiebitze Inseln angelegt, also einen Teil ihrer Flächen zur Verfügung gestellt, der nicht bewirtschaftet wird. Dafür erhalten sie eine finanzielle Entschädigung. „Diese einjährige Ackerbrache ist die effektivste Maßnahme für den Schutz des Kiebitzes“, sagt Lilje. Das hätten die Tests in den vergangenen vier Jahren ergeben. „Wir haben eine Verantwortung für unsere heimischen Tiere“, begründet Erdland seine Beteiligung. Dem schließt sich Quibeldey an: „Landwirtschaft und Naturschutz müssen zusammenarbeiten.“

App markiert und verortet Nester

Die Nester sind mit jeweils zwei Pfählen markiert. Quibeldey hat auf seiner Fläche sieben finden können (jeweils vier Eier), Erdland auf seiner vier. Mithilfe einer App wird jedes Nest markiert und verortet. Werden Eimaße aufgenommen, berechnet die App den voraussichtlichen Schlupftermin.

Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe vom 16. Mai.

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