Janesch erhält Droste-Hülshoff-Preis
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Für herausragende literarische Leistungen ist die Schriftstellerin Sabrina Janesch aus Münster gestern Abend mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg ausgezeichnet worden. LWL-Direktor Matthias Löb hielt die Lobrede.
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Überreicht bekam Janesch die Auszeichnung von Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Die Jury – bestehend aus Fachleuten der Bereiche Wissenschaft, Literaturkritik, Politik und Verwaltung – hat die 32-Jährige mit ihren vier Romanen „Katzenberge“ (2010), „Ambra“ (2012), „Tango für einen Hund“ (2014) und dem im August erschienenen Roman „Die goldene Stadt“ nicht nur überzeugt.

Unterhaltsam und ernst zugleich

Sie hat sie, wie auch ihre Leser, mit ihrem „originären und vitalen Erzähltalent“ in ihren Bann gezogen, sagte Löb in seiner Laudatio. Die Begründung für seine Begeisterung lieferte er gleich mit: Jedes ihrer Bücher habe seine unterhaltsamen Seiten, im Kern spreche die Autorin dennoch auch immer ernsthafte Probleme an. Zudem lasse sich Janesch nicht verbiegen. „Ihr ist es existenziell ernst mit jedem Wort, das sie schreibt.“

Janeschs sensibles Gespür für historische Themen kommt laut Juryurteil besonders in den Romanen „Katzenberge“ und „Ambra“ zum Ausdruck. In den Werken mache sie die Leser mit weitgehend unbekannten, konfliktbehafteten Kapiteln der deutsch-polnischen Geschichte bekannt.

Gespür für historisch schwierige Themen

Ein ihr nicht ganz unbekanntes Thema, hat die seit einigen Jahren in Münster lebende Schriftstellerin doch deutsche und polnische Wurzeln. Über ihren Debütroman „Katzenberge“ sagt die 32-Jährige: „Ich bin nun einmal in diese Familie hineingeboren worden, mit dieser Geschichte, bin auf dem Hof in Schlesien groß geworden. Was soll ich da über Berliner Clubkultur schreiben? Mich haben andere Dinge verstört, die größere Fragezeichen hinterlassen haben. Und mit diesen Dingen habe ich mich auseinandergesetzt.“

Preis als Antrieb für weitere Werke

In „Tango für einen Hund“ und „Die goldenen Stadt“ löst sich Janesch von der stark autobiografischen Thematik, bleibt ihrem Stil, der geprägt von einem Gleichgewicht aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit ist, aber treu.

Janesch bedankte sich für die Auszeichnung mit einem Versprechen an ihre Leser: „Der Preis ist für mich ein Antrieb.“ Damit lässt sie auf weitere spannende Romane hoffen.

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